Das Ende der klassischen Erwerbsarbeit - Teil 3 - Die dunkle Seite der digitalen Wende

18 Dezember 2017 - - Das Lesen dieses Beitrages dauert 3 Minuten
Arbeitsmarkt
Zudem - dieser vielbeschworene Drang zu Freiheit und Abenteuer nutzt auch der anderen Seite, jener der Arbeitgeber. Mit Verve und großer Fantasie wird an immer neuen und biegsameren Modellen zur Beschäftigung gearbeitet, um sich am Ende eine Belegschaft herangezogen zu haben, die auf jede Schwankung im Betrieb in notwendiger Weise zu reagieren weiß und fallweise sehr wenig oder gar nicht arbeitet, um wenig später bei bester Auftragslage bis an die Leistungsgrenze zu gehen. Vielerorts setzt sich der Servicegedanke 24/7 durch, der Kunde möchte schließlich rund um den Erdball Tag und Nacht seine Konsumwünsche befriedigen können. Der Trend geht also in Richtung der Verfügbarkeit 24/7, global, digital – und brutal. Was kümmern vor dem Hintergrund dieser Anforderungen schnöde nationale Arbeitszeitgesetze, welche regionalen arbeitsrechtlichen Regelungen sind noch tatsächlich anwendbar, wenn doch überall auf dem Planeten jederzeit Menschen bereit und qualifiziert sind, um bestimmte Arbeiten zu erledigen?

Genau an dieser Stelle sind wir spätestens auf der dunklen Seite der schönen neuen Arbeitswelt angekommen. Viele Jobs werden grundsätzlich weltweiter Konkurrenz ausgesetzt und am Ende könnte jener den Zuschlag bekommen, der am wenigsten Geld für seine Arbeit verlangt. Aushebelung elementarer Arbeitnehmerrechte, Lohndrückerei bis hin zur Ausbeutung, Menschen ohne Chance auf Beschäftigung in ihrem Metier – die Liste der Gefahren ist lang und die Herausforderungen gerade für die Politik sind groß.

HR ist wichtig wie nie zuvor

Letztlich kann man es wenden, wie man möchte – die Entwicklung wird sich nicht aufhalten lassen. Die digitale Zukunft wird unsere Welt sehr viel kleiner und attraktiver, aber unter Umständen auch ungerechter und unsicherer machen. Auf der Schwelle zur Arbeitswelt von morgen kommt gerade dem Personalmanagement eine besondere Bedeutung zu. HR muss dafür kämpfen, dass Menschen auch morgen noch in guter Arbeit sind. Es ist die elementare Aufgabe der „Personaler“, sich im Sinne aller Beschäftigten für eine lebenswerte Arbeitswelt einzusetzen – heute, morgen und auch übermorgen.

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