Deutsche wünschen sich von ihren Chefs Vertrauen

26 November 2018 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 8 Minuten

Arbeitsmarkt

Fast jeder Deutsche hat ihn oder sie: den Chef oder die Chefin. Denn selbst als Team- oder Abteilungsleiter blickt man meist noch auf jemanden, der lenken und leiten soll. Aber welche Eigenschaften sind den Deutschen bei einer Führungsperson besonders wichtig? Eine aktuelle Umfrage zeigt: Vertrauen und Verlässlichkeit sind die zentralen Eigenschaften, neue Ideen dagegen stehen weniger hoch im Kurs.

Gefragt nach den Eigenschaften, die ihnen bei ihrem Chef besonders wichtig seien, antwortete fast ein Drittel der Befragten (32,9 Prozent) „Vertraut mir“. „Ist verlässlich in Absprachen“ gaben fast genauso viele Befragte (32,4 Prozent) an. Weniger wichtig scheint, ob der Chef ein Ziel (9,9 Prozent) oder neue Ideen hat (9,0 Prozent) oder nach der Arbeit ansprechbar ist (7,6 Prozent, maximal zwei Antworten möglich).

Nach Vertrauen und Verlässlichkeit wird gute Kommunikation mit 28,6 Prozent als drittwichtigste Chef-Eigenschaft von den Befragten genannt, „fördert mich“ landet mit rund einem Viertel Zustimmung auf dem fünften Rang (25,6 Prozent). Dazwischen rangiert „ist nett zu mir“ mit insgesamt 27,6 Prozent Zustimmung – wobei diese bei Frauen (29 Prozent) stärker als bei den Männern ausfällt (26,2 Prozent).

Flache Hierarchien erlebt die Hälfte der Befragten eher selten oder gar nicht

Die Befragung zeigt aber auch: Flache Hierarchien sind in deutschen Unternehmen noch längst kein Alltag. Unter den tausend Befragten gab nur jeder Achte an, in einer Firma mit flachen Hierarchien zu arbeiten (12,6 Prozent). Etwas mehr als jeder Vierte arbeitet in weitgehend flachen Hierarchien (28,1 Prozent), eher selten erlebt diese Organisationsform fast jeder Dritte (32,8 Prozent) Mit „weiß nicht“ antworteten 8,8 Prozent. Gar keine flachen Hierarchien nannten 17,7 Prozent.

Danach gefragt, was ihnen aktuell im Job fehle, antworteten entsprechend auch nur 1,9 Prozent „mehr Hierarchie“. Am meisten fehlen den Deutschen flexible Arbeitszeiten (26,2 Prozent, Mehrfachnennung möglich) sowie modernere Technik (24,5 Prozent). Über ein Fünftel der Befragten gab zudem an, es fehlten mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung bei Entscheidungen (23,1 Prozent), eine Arbeitsumgebung, die das Arbeiten besser unterstützt (22,6 Prozent), klar strukturierte Prozesse (21,9 Prozent) sowie mehr Beständigkeit im Team (21,8 Prozent). 

Über ein Drittel nie im Home Office

Weniger Mängel sehen die Deutschen beim Arbeiten an unterschiedlichen Orten – nur 16,5 Prozent gaben an, dass ihnen im gegenwärtigen Job flexible Arbeitsorte fehlen. Nur knapp über 40 Prozent der Büroarbeiter, die wiederum rund 45 Prozent aller Befragten ausmachen, arbeiten zumindest einmal die Woche an einem Ort, der nicht das Büro ist, beispielsweise im Home Office. Aufgeschlüsselt bedeutet dies: Ein bis zwei Mal pro Woche arbeiten 15 Prozent nicht im Büro, 11,3 Prozent arbeiten drei bis vier Mal pro Woche extern und 14,8 Prozent täglich. Während über ein Drittel nie jenseits des Büros arbeitet (34,2 Prozent), ist es bei 24,7 Prozent seltener als einmal pro Woche. Übrigens: Mit der Anzahl der Meetings sind die Deutschen ziemlich zufrieden – danach gefragt, was ihnen im Job fehle, antworteten 6,4 Prozent „mehr Meetings“ und 7,0 Prozent „weniger Meetings“.

Quelle: Repräsentative Umfrage des Institutes für mobile Marktforschung Appinio für den Murmann Verlag

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