Familie und Beruf: Deutschland in der Vorrunde ausgeschieden

30 Juli 2018 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 4 Minuten

Arbeitsmarkt

Trotz vieler Angebote der Politik (Elterngeld, Anspruch auf Kita-Platz) kommt viel zu wenig aus den Unternehmen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Andere Länder wie Norwegen, Dänemark oder auch Frankreich bieten mehr Möglichkeiten, Kind und Karriere in einer modernen Arbeitswelt zu kombinieren. Lediglich 44 Prozent aller Betriebe
hierzulande haben Modelle für Teilzeitarbeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der ManpowerGroup Deutschland, für die 1.010 Bundesbürger befragt wurden.

Die Zahlen sprechen für sich: Mitarbeiter mit Kindern können nur in 24 Prozent aller Betriebe flexible Arbeitszeiten mit dem Chef vereinbaren. Dieser Wert hat sich im Vergleich zur Befragung im vergangenen Jahr um drei Prozentpunkte verschlechtert. Immerhin gibt es für 32 Prozent der Teilzeitkräfte die Möglichkeit, nach einiger Zeit wieder in eine Vollzeitposition zu wechseln.

Mehr als jeder fünfte Mann geht in Elternzeit

Schlecht sieht es allerdings aus, wenn es um die Betreuung der Kinder im Unternehmen geht. Nur in elf Prozent aller Betriebe gibt es dafür geeignete Möglichkeiten. Und nur jede zehnte Firma unterstützt Familien mit einem Zuschuss zur Kinderbetreuung.

Wenn aus Mitarbeitern Eltern werden, gibt es in vielen Betrieben gute Programme und Möglichkeiten. In den Unternehmen gehört es zur Kultur, dass Frauen und Männer mit Kindern gefördert werden. In 21 Prozent der Firmen nehmen auch viele Männer den Anspruch auf Elternzeit wahr.

In fast jedem fünften Betrieb (19 Prozent) gibt es Programme zur Wiedereingliederung der Mitarbeiter nach der Elternzeit. In neun Prozent aller Firmen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Suche nach einem Betreuungsplatz unterstützt.

Quelle: Umfrage "Jobzufriedenheit 2018" der ManpowerGroup

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