Lytt – zwischenmenschliche Probleme digital lösen?

21 August 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 6 Minuten

Arbeitsmarkt

Das eines der ältesten Probleme der Arbeitswelt, könnte am es umschreiben. Das Thema Diskriminierung scheint auch im Jahr 2019 immer noch top aktuell zu sein. Ungleiche Gehälter, Sexismus und ein sehr hartnäckiges Rollenverständnis machen die Bekämpfung von Diskriminierung komplex. Im Volksmund würde man sagen, dass die Thematik den längsten Rattenschwanz der Welt nach sich zieht.

Die Ausgrenzung und Benachteiligung aufgrund von Aussehen, kulturellen Hintergrund, Religion oder Geschlecht dürften der Mehrheit der deutschen Bevölkerung wohl bekannt sein. Und das nicht nur durch die historische Vergangenheit Deutschlands. Als wäre die Thematik nicht nur unangenehm genug, führten sich viele Opfer davor dieses diskriminierende Verhalten anzusprechen. Die Angst vor öffentlicher Bloßstellung oder weiterer diskriminierenden Situationen, bis hin zu Jobverlust, sorgen für eine konstant hochgeschätzte Dunkelziffer und eine Vielzahl an unglücklichen Mitarbeitern. Denn Diskriminierung bleibt auch “veränderungsresistenten“ Arbeitsmarkt nicht aus. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) geht in einem Bericht über eine durchschnittliche Dunkelziffer beim Thema Altersdiskriminierung in Unternehmen von 72 Prozent aus.

In der aktuellsten Befragung des ADS gehört die Arbeitswelt zu den Lebensbereichen, in welchem am häufigsten diskriminiert wird. Ganze 49,4 Prozent der befragten gaben an in den letzten zwei Quartalen des Jahres bereits diskriminiert worden zu sein. Bei 10 Prozent der Befragten passiere dies regelmäßig und sehr häufig. Hinzu kommt auch, dass Menschen ohne Konfrontation mit dieser Problematik durchschnittlich wesentlich glücklicher in allen Lebensbereichen sind.

Auch eine Frage der Gesundheit

So wundern sich Gesundheitsexperten nicht darüber, dass die psychologischen Erkrankungen, besonders Anpassungs- und Angststörungen, eng mit diskriminierenden Alltagssituationen verbunden sind. Die, oben genannten, 10 Prozent, welche regelmäßig Benachteiligungen ausgesetzt sind, haben eine höhere Anzahl an Fehltagen über das Jahr verteilt.

Der diesjährige DAK-Psychoreport meldet einen starken Anstieg von Krankmeldungen, verursacht durch Depression, Burn-out und Anpassungsstörungen. Jeder 18. Arbeitnehmer würde wegen psychologischer Erkrankung langfristig ausfallen. Insgesamt habe sich die Anzahl an Fehltagen, ausgelöst durch psychologische Probleme, verdreifacht. Zurückzuführen sei der Anstieg an psychologischen Erkrankungen nicht nur durch eine starke Leistungsgesellschaft und Stress, sondern auch durch einen bewussteren und offeneren Umgang mit den Krankheiten selbst. Denn seit Jahrzehnten gab es keine Zunahme an psychologischen Erkrankungen in der Bevölkerung.

Die höheren Fehltage seien den, positiven, offeneren Umgang mit psychologischen Erkrankungen zu zusprechen, so Andreas Strom, DAK-Vorstandschef.

Lytt möchte eine Lösung sein

Dem jungen Startup aus Münster geht dieser offenere Umgang mit mentaler Gesundheit und Diskriminierung am Arbeitsplatz nicht weit genug. Das bunte Team möchte mit digitalen Hilfestellungen zwischenmenschliche Problemstellungen, wie die Diskriminierung am Arbeitsplatz, Mobbing und andere Konfliktsituationen leichter zugänglich machen.

Und reichlich Gesprächsbedarf scheint es auch in deutschen Unternehmen zu geben. Eine Umfrage der Antidiskriminierungsstelle aus dem Jahr 2017 ergab, dass mindestens 17 Prozent der berufstätigen Frauen oder transsexuellen Persönlichkeiten bereits eine Erfahrung mit sexueller Belästigung sammeln mussten. Die sexuelle Belästigung an Arbeitsplatz ist häufig die Spitze des Eisberges. Viele Arbeitgeber sind bei Fällen von sexueller Belästigung immer noch in der Annahme, dass diese nur aus einem reihen physischen Interesse entsteht. Dem ist nicht so. Sexuelle Belästigung ist eine Ausdrucksform von Machtdemonstration, Konkurrenzkampf und das Herabwürdigen des Gegenübers. Aufgrund dessen sind direkter physischer Kontakt auch wesentlich seltener als die klassische verbale oder non-verbale Kommunikation. Dennoch ist es für die Betroffenen sehr schwierig unangenehme Annäherungsversuche, aufdringliches Starren oder sexuell anzügliche Bewerbungen, getarnt als Witze, konkret nachzuweisen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass Mitarbeiter unter dieser Art der Diskriminierung langfristig stark leiden.

Die digitale Beratungsstelle

Bei Lytt spielt die Digitalisierung des Menschen eine entscheidende Rolle. Denn sie gibt den betroffenen Mitarbeiter eine neue Auswahlmöglichkeit. Zur gleichen Zeit besitzen viele Unternehmen bereits eine Anlaufstelle, wozu also noch einen digitalen Assistenten einführen. Gegenwärt die Hemmschwellen immer noch zu hoch sind. Auch Ansprechpartner sind nicht frei von Klischees, Voreingenommenheit und Stigmatisierung. Im Gegenteil, häufig passiert die Stigmatisierung von Opfern unterbewusst. Ein digitaler Ansprechpartner besitzt diese negativen Charaktereigenschaften nicht.

Ganz anonymisiert können betroffene Mitarbeiter auf sich aufmerksam machen. Im Gespräch mit einem trainierten Psychologen, internen Ansprechpartnern oder einem Experten von Lytt, kommt es zu einer ersten Beratung. Die anonyme Zwei-Wege-Kommunikation soll für einen wertfreien Austausch sorgen.
Ein weiterer Vorteil für das Unternehmen, ist eine interne Übersicht über alle Meldungen. So lässt sich grafisch schnell darstellen, wie es um das Thema Diskriminierung im eigenen Unternehmen bestellt ist und ob es noch weiteren Handlungsbedarf gibt.

Denn…

Diskriminierung findet auch in der Mitte der Gesellschaft statt. Manchmal bewusst, manchmal unterbewusster. Das haben auch namenhafte Größen wie die Deutsche Bahn oder Silberpuls erkannt und investierten deshalb in Lytt. So scheinen die Menschen die Digitalisierung aller Lebensbereiche nicht mehr als Bedrohung wahrzunehmen. Der richtige Einsatz von digitalen Tools kann dabei helfen das menschliche, auf eine ganze neue Art und Weise, hervorzuheben. Lytt konnte mit ihrer Lösung eine dritte, neutrale Instanz schaffen, die richtig Eingesetzt, vielen Opfern mehr Sicherheit bieten kann. Ist der erst Kontakt zu Anlaufstellen doch immer am schwersten.

Für Unternehmen kann dies viele Vorteile haben. Von einer starken Entlastung des betreuenden Personals und kosten Ersparnissen, bis zu einem verbesserten statistischen Überblick. Ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld fördert die Leistung und Produktivität, ebenso wie eine geringere Fluktuationsrate und Krankheitstage. Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass das Arbeitsumfeld und die Unternehmenskultur den Werten und Standards einer zivilisierten Gesellschaft entsprechen. Lytt kann Unternehmen auf diesem Wege unterstützen.

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