„Chat Bots“ – der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz?

Digitalisierung
Fähige Arbeitskräfte sind gefragt – und diese Entwicklung wird sich dramatisch verstärken. Wer sich im „war for talents“ behaupten will, muss gerade im Bereich der Personalbeschaffung modern aufgestellt sein. Wie sieht das Recruiting der Zukunft aus, welche Werkzeuge braucht der Recruiter von morgen?

Eine ganze Reihe an Standardfragen bezüglich vakanter Stellen können heutzutage von entsprechend programmierten Chat Bots beantwortet werden. Diese Tools kommunizieren mit den Kandidaten und informieren über die Einzelheiten offener Arbeitsplätze ebenso wie über das Unternehmen selbst. Der Clou daran: sie können in Windeseile gleichzeitig mit einer großen Anzahl an Interessenten chatten – und sie sind lernfähig. Sie verfügen über einen Zugriff auf große Datenbanken und sind mit einer Menge an passenden Algorithmen gespeist, so dass sie das gespeicherte Wissen jederzeit abrufen und wachsend intelligent verwenden können. Noch stecken diese Instrumente in den Kinderschuhen, doch wer die stetig steigenden Fähigkeiten von Bots beispielsweise im Smartphone-Bereich wie Siri oder Cortana verfolgt, kann sich ein Bild davon machen, wie gewaltig die Entwicklung auf Recruiting spezialisierter Bots noch sein wird. Der Bot entwickelt sich Stück für Stück zum kompetenten und nahezu allwissenden Berater, auch im Bereich des Recruitings.

Sieht man sich auf den Homepages der Unternehmen in Deutschland um, so bieten momentan nur wenige und meist sehr große Firmen auch einen speziellen Chat Bot an. Viele HR-Entscheider sind allerdings der Ansicht, dass sich der Chat Bot mittelfristig zu einem wahren „Career Bot“ entwickeln wird. Es steht daher zu vermuten, dass immer mehr Unternehmen auf diese digitale Fachkraft zurückgreifen werden, um im Rennen um die raren Nachwuchskräfte bessere Karten zu haben.

Im Zuge dieses technischen Fortschritts kommt selbstredend auch die Diskussion auf, ob der klassische Recruiter aus Fleisch und Blut in einer nicht allzu fernen Zukunft komplett vom Recruiting-Roboter ersetzt wird. Völlig unrealistisch ist diese Überlegung nicht – man denke in diesem Zusammenhang alleine an die bereits heute vorhandenen Möglichkeiten, anhand des Klickverhaltens von Nutzern sozialer Medien deren gesamte Persönlichkeitsstruktur durchleuchten zu können. Es wird gar behauptet, kluge Programme würden emsige Facebook-Nutzer deutlich besser kennen als diese sich selbst. Es ist zudem eine schlichte Tatsache, dass heutzutage enorme Mengen persönlicher Verhaltensdaten in sozialen Medien und an andere Orten verfügbar sind und so liegt der Gedanke nicht fern, sich diese Schätze nutzbar zu machen, um mithilfe intelligent programmierter Tools aus einer riesigen Schar an Menschen genau jene Personen ausfindig machen zu können, die ideal zum eigenen Unternehmen passen. Und es dürfte auch keine Science Fiction sein, wenn Algorithmen bald berechnen können, wie hoch die Affinität einer Persönlichkeit zu einer bestimmten Arbeitsstelle ist und ob ein Bewerber kulturell zum Unternehmen passt.
Den HR-Spezialisten – und an dieser Stelle insbesondere den Recruitern unter ihnen – sei daher empfohlen, sich mit dieser neuen Welt eingehend zu befassen, um erstens den Lauf der Dinge nachvollziehen zu können und zweitens diese unvermeidliche Entwicklung positiv beeinflussen zu können.

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