Das "Coaching"-Problem in Unternehmen

30 April 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 6 Minuten

HR allgemein

Das Problem beginnt schon beim Namen: Um sich als Coach bezeichnen zu dürfen, bedarf es in Deutschland keinerlei Vorkenntnisse oder Zertifizierung. Wirft man das Stichwort in eine Suchmaschine erhält man tausende Beratungsangebote. Ursprünglich importiert wurde das Coaching-Konzept aus den vereinigten Staaten Amerikas. Dort schätzt man das Coaching in ganz anderen Umfang. Das Coaching nicht nur eine Form der persönlichen Beratung. Vielmehr handelt es sich bei der amerikanischen Definition um Mentoring, Training, Ansprechpartner und der Weiterentwicklung der Psychologie des Klienten (a. g. Coachee). Coaching ist nicht mit einer umfassenden Psychotherapie zu vergleichen, jedoch einfacher zu organisieren. Umso mehr verhofft man sich von der persönlichen Beratung im professionellen Umfang, aber wie erkennt man gutes Business-Coaching?

Zunächst ist zu klären, was mit dem professionellen Coaching erreicht werden soll. Als Mensch, sei es Führungskraft oder Arbeitnehmer, haben wir vor der Kontaktierung meist eine genaue Vorstellung in welche Richtung uns das Coaching bringen soll. Problematisch wird es alleine meistens nur bei der praktischen Umsetzung. Oftmals wird die fehlende Vorstellung der bevorstehenden Methoden von Beratern völlig ausgenutzt und mündet in ein Endergebnis das dem gesetzten Ziel nicht sehr ähnlich sieht.

Der passende Coach ist wichtiger als das Ziel

Um die bestmögliche Beratung zu finden sollte im Resümeé nicht nur die branchenspezifische Expertisé berücksichtig werden. Das professionelle Coaching und das persönliche Coaching teilen sich eine wichtige Kompetente, den persönlichen Aspekt der Beratung. Stimmt die Chemie, umgangssprachlich, nicht, ist der individuelle Fortschritt des Klienten minimal und das Unternehmen verschwendet wertvolle Ressourcen. Unrealistische Versprechungen oder gar frühe Erfolgszusagen zeichnen einen schlechten Coach aus. Die Weiterentwicklung des Klienten ist bei guten Coaches das Ziel und nicht das Erreichen großartiger Versprechen. Der Coach versucht seinem Klienten in der Coaching-Ausbildung alle Tools zu vermitteln, damit er unabhängig vom Coach das Ziel erreichen kann.

Auch wenn die Chemie zwischen Schüler und Lehrer stimmen sollte, ist es einem guten Coach wichtig heikle Themen anzusprechen und zu bewältigen. Ein übertriebenes Bedürfnis nach Harmonie ist nicht im Sinne des Coaching, auch nicht am Arbeitsplatz. Wäre die Thematik und Weiterentwicklung hürdenfrei, bräuchten die meisten keinen Coach.

Mit der passender Unterstützung ausgestattet

Im Betrieb werden Coaches zu Personalentwicklern. Sie entwickeln Soft Skills und fachliche Kompetenz des Klient weiter und vermitteln nachhaltige Weitebildungsmethoden, um auch nach Abschluss des Projektes Hilfestellung zu leisten. Das kann dem Betrieb auch beim Employer Branding und Halten des Fachpersonals helfen. Seit der Arbeitnehmer auf einem Mehrwert in der zu leistenden Arbeit besteht, müssen viele Unternehmen dem Wunsch der beruflichen Weiterentwicklung des Mitarbeiters nachkommen. Davon ausgeschlossen sind die Führungskräfte nicht. Insbesondere bei Führungskräften kann die externe Expertisé und Beratung eines Coaches von großen Vorteil sein. Den in erster Linie ist es für Führungskräfte es häufig schwieriger Organisation interne, individuelle Lösungen zur Fortbildung zu finden oder diese anzunehmen.

Die Fähigkeit sich selbst zu coachen

Egal ob es sich bei dem Klient um Berater, Manager, Führungskraft, Mitarbeiter oder der Putzfachkraft handelt, nicht jeder Mensch braucht einen externen Coach. Viele Personalentwickler trauen ihren Mitarbeiter keine selbstständige Weiterentwicklungen zu. So würde bei manchen jedoch das Bereitstellen von weiteren Informationen oder Lösungsansätzen reichen. Das selbstreflexivierte Arbeiten geht in der täglichen Praxisalltag leicht unter. Ein bewusstes Nachdenken über das eigene Handeln, selbstständiges Mentoring sozusagen, in Kombination mit zugänglichen Informationsplattformen vereinfachen das Finden einer Lösung oder Weiterbildungsmöglichkeit. Dieser Vorgang kann laut Studie durch folgende zwischen Schritte vereinfacht werden: der Zielsetzung, der Analyse, der Sichtung der Veränderungsoptionen, der Umsetzung und der abschließenden Erfolgskontrolle.

Abschließend lässt sich sagen das der Begriff, beziehungsweise das Berufsbild, gerne missbraucht wird. Kann jedoch ein Coach mit guten Menschenkenntnissen und praktischer Erfahrung gefunden werden, bringt dieser vielleicht entscheidende Informationen mit und wird dadurch zu einer wichtigen Beratungsstelle. Die Weiterbildung der Soft Skills kann gelingen, wenn die persönliche Beziehung zum Coach kritikfähig, offen und uneingeschränkt ist. Wie nachdem vier-Augen-Prinzip können so neue Perspektiven eröffnet werden, welche auch bei Führungskräften der größten Unternehmen zur Erschließung von mehr Know-how führen kann.


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