Deutschland pendelt im europäischen Vergleich wenig

Studien

Deutsche Arbeitnehmer pendeln durchschnittlich arbeitstäglich 59 Minuten und legen dabei insgesamt 24,36 km zurück. Im europäischen Vergleich ist das wenig, wie eine aktuelle internationale Studie des Payroll- und HR-Dienstleisters SD Worx nahelegt.

Mehr als die Hälfte der deutschen Befragten (58,7 %) braucht weniger als eine Stunde pro Tag zur Arbeit und zurück. Tägliche Pendelzeiten von 90 Minuten und mehr haben hierzulande nur 17,9 % - der geringste Wert unter allen befragten Ländern. Die Briten sind hier Spitze: 28,8 % geben eine Pendelzeit von mindestens 90 Minuten an.

Pendler wechseln gerne den Job

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Pendelzeit und Mitarbeiterfluktuation. Ein knappes Drittel (31 %) der deutschen Arbeitnehmer mit einer täglichen Pendelzeit über 30 Minuten ist aktiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz, von den Pendlern mit einer Reisezeit von weniger als 30 Minuten pro Tag tun dies nur ganze 7 %. Auch in den Niederlanden und in Frankreich sind Pendler eher unzufrieden und suchen ähnlich gerne nach einem neuen Job. Nur die Belgier lassen sich auch von längeren Pendelzeiten nicht erschrecken: Nur 8 % denken aktiv über einen neuen Arbeitsplatz nach.

Home-Office ist Teil der Lösung – aber weniger in Deutschland

Eine mögliche Lösung für lange Pendelzeiten oder Entfernungen ist flexibles Arbeiten. In Europa hat rund ein Drittel (30,2 %) der Beschäftigten die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Betrachtet man dies auf Länderebene, so liegt Deutschland mit 31,6 % im europäischen Schnitt. Vielen Beschäftigten gefällt die Möglichkeit der Heimarbeit auch gut, 35,7 % der deutschen Arbeitnehmer schätzen sie. Allerdings sind 32,7 % der Befragten nicht daran interessiert. 31,6 % könnten flexibel arbeiten, halten diese Möglichkeit in ihrem speziellen Beruf allerdings nicht für realistisch.

Von den europäischen Arbeitnehmern mit der Option des flexiblen Arbeitens nutzen 30,7 % selten oder nie diese Möglichkeit, 12,7 % machen an höchstens einem Tag pro Monat Home-Office. Die Deutschen stehen hier ganz vorne: 28,2 % der Befragten nutzen die Option der Heimarbeit überhaupt nicht.

Blickt man auf das Lebensalter, so profitieren in Deutschland am ehesten die Beschäftigten über 45 Jahre von Heimarbeit: 23,2 % dieser Altersgruppe arbeiten mehrere Tage in der Woche außerhalb der Unternehmensräume. Die Altersgruppe von 30-45 arbeitet mit 20,3 % am ehesten einmal wöchentlich von zu Hause aus.

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