HR Trends Süd 2019 - Impressionen

21 Mai 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 5 Minuten

HR-Automatisierung

Das Eröffnungsplenum des vielversprechenden Kongresstages fand in einer der größten Vorlesungsräume der technischen Universität Nürnbergs statt. Die Räumlichkeiten der Universität boten perfekte Bedinugngen um die Premiere der HR Trends Kongress Süd zu feiern. Mit einer großen-Schwester-Veranstaltung in Bremen, der HR Trends Nord, besaß der Organisator Dr. Wolfgang Meyer-Meisner beste Vorkenntnisse um den Tag erfolgreich verlaufen zu lassen. 

Nach dem Norbert Janzen mit der Thematik digitale Transformation den Beginn machte, folgten Florian Walzer und Prof. Dr. Laila Hofmann mit einer Podiumsdiskussion. Die Digitalisierung begleitete alle HR Themen an diesem Kongresstag, ebenso wie die Überforderung der Personalmanager. Die Digitalisierung kann nur langfristige Erfolge feiern, wenn das Management, Personaler und Mitarbeiter die digitale Arbeitswelt für sich adaptieren. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf teilten sich die Teilnehmer in drei verschiedene Foren auf.

Es konnte zwischen Zeit-Wert-Strategien, Digitalisierung im HR und Storytelling gewählt werden. Keines der Themen war weniger relevant als die anderen Forumsbeiträgen, ein Albtraum für den Entscheidungsprozess. 

Digitalisierung im HR - wo steht die Praxis?

Employee Experience, Demografischer Wandel, Recruiting, Active Sourcing, Talent Management - alle diese Keywords sind untrennbar miteinander verknüpft. Das wurde besonders dann deutlich, wenn die Digitalisierung in Unternehmen nicht schnell genug weiterentwickelt wurde. Im Jahr 2019 ist die digitale Personalakte immer noch keine Selbstverständlichkeit. Als ein großes Problem klassifizierte der Redner und Moderator Florian Walzer von Rexx Systems diese anhaltende Entwicklung. Der konkrete Fortschritt der Digitalisierung entspreche weder den Ansprüchen des Mitarbeiters, noch den des Marktes. Tatsächlich machten mehrere Auswertungen von Studien deutlich, dass es bei der Digitalisierung in Unternehmen oftmals nachdem Motto "ganz oder gar nicht" verlief. Der Anteil an Unternehmen, welche in den kommenden Jahren übergreifende digitale Maßnahmen einleiten werden, fiel recht klein aus. Digitale Kompetenz wird benötigt um die digitale Bildung und die Weiterentwicklung des Personals zu fördern. Es sei für viele immer noch eine zu große Herausforderung. 

Agile Führung als Lösungsansatz der wichtigsten HR-Trends

Eine praktische Lösung für dieses Problem präsentierte die nächste Podiumsdiskussion. "Digitalisierung, Kulturwandel und die Zukunftsfähigkeit von HR", Angelika Kambeck präsentierte in einem spannenden Vortrag Ansätze, um den neuen Anforderungen der Industrie gerecht zu werden. Das praktische Beispiel stellte das eigene Unternehmen da. Mit der Klöckner & Co. SE erwartete die Zuhörer ein schwieriges und klassisches Beispiel. In der konservativen Stahlindustrie beheimatet, traf Frau Kambeck auf Hindernisse der Extreme bei der Einführung von digitalen Maßnahmen. Dem begegnen konnte das Unternehmen mit Kompetenz, klaren Vorteilen für Mitarbeiter und schnellen Gewinnen durch den Onlinehandel. Man müsse Mitarbeiter den digitalen Erfolg greifbar machen. Mit einem guten Beispiel müssen die Personaler und Führungskräfte voran gehen. So sammelt man nicht nur Erfahrungen, die man weitergeben könne, sondern zeige auch, dass der Trend jeden in der Unternehmenskultur betreffe. Ein weiterer wichtiger Schlüssel sei der Zugang zu Lernkonzepten. Klassische Lernen aus Büchern sei hier fehl am Platz. Freiwillig, nach Interessen des Angestellten und mit den passenden Informationen ausgestattet müssten neue Bildungskanons sein. Dennoch scheiterte die digitale Transformation in Unternehmen bei den Mitarbeitern an fehlender Führung und Ansprechpartner. Anderes als künstliche Intelligenzen brauchen Menschen, Menschen um zu lernen. 

Agile Führung bedeutet also den Mitarbeitern Orientierung, Beistand und Möglichkeiten zu eröffnen

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Diese drei Kernelementen sollten durch die darauffolgenden Workshops vermittelt werden. Mit den Arbeitstiteln "Digitale Transformation durch soziale Transformation", "Upskilling the workforce to the age of the machine" und "Vielfaltsbewusste Führung" konnten die Teilnehmer alle Tools erlernen, um den kommenden Anforderungen gerecht zu werden. Besonders interessant war die Art und Weise der Wissensvermittlung und Workshop Gestaltung. Mit einem Strategieelement wie Eigenland, konnte eine spielerische Methodik vermittelt werden. Mit Hilfe von Psychologie, Statistik und Anonymität werden Probleme bewältigt, welche schon langfristiger im Unternehmen bestehen. Abgerundet wurde der ganze Kongresstag mit dem Thema Personalentwicklung neu positionieren. 

Fazit der Impressionen

Zusammenfassend lässt sich der erste HR Trends Süd Kongress als gelungen beschreiben. Die Thematiken in sich stimmig, vermittelten allen Teilnehmer Kompetenzen, welche es bei Personaler vielleicht noch zu ergänzen galt. Dennoch ist die Problematik in der HR Welt immer noch die Gleiche. Der Kongress konnte kein Allheilmittel für die Probleme des digitalen Personalmanagers liefern. Und trotzdem wurde bei jedem Beitrag deutlich, dass die digitale Transformation weiterhin vor sich hin schleift. Um diesen Zustand zu beheben, müssen die Personalmanager die digitale Botschaft in Unternehmen und Abteilungen hinaus tragen. So lässt sich nur hoffen, dass der nächste HR Trend Süd Kongress genauso spannend und informativ sein wird wie der diesjährige, nur mit hoffentlich mehr Teilnehmern! 

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