The future is now, old man! Impressionen Monster Symposium 2019

27 März 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 8 Minuten

Digitalisierung

Smart Home, Smart City, Smart Future - die Zukunft der Menschheit und Arbeitswelt wirkt digital. An der, nicht mehr so ganz, neuen New-Work-Bewegung kommt kein HR-Manager mehr vorbei. Die Digitalisierung scheint die deutschen Unternehmen förmlich zu stürmen, wenn man all den neuen Fachartikeln glauben schenken darf.

Ein Ausblick auf die Arbeitswelt 4.0 - das Monster Symposium 2019

Skeptiker konnten sich Ende März 2019 an einem Donnerstag während des diesjährigen Monster Symposium von der Digitalisierung überzeugen lassen. Im KAP Europa Konferenzzentrum trafen die Fachabteilungen aus Marketing, IT und Human-Ressource-Management aufeinander. Die Wirtschaft versammelte sich in Frankfurt, um unter dem Motto "Digitalisierung vs human first" neue Möglichkeiten, Weiterbildung und die neuen Studienergebnissen zu erhalten.
Erste Prophezeiungen zur Rolle des Menschen in neuen digitalen Welt gab es während dem Vortrag "Clash of Culture - wo digital HR verändert" von Prof. Dr. Nicolas Burkhardt. Gefolgt einem Beitrag von Ursula Vranken mit "Focus on the human side of HR - Warum wir ein neues Talentmanagement brauchen" und Dr. Claudia Bibo mit "KI trifft Text. Oder digitale Analyse und persänliche Ansprache als neuer Perfect Match" , um nur ein paar der spannendsten Beiträge des Tages zu nennen.

Ist der digitaler Wandel ein weitentferntes Parallel Universum?

Ob das digitale Zeitalter nun schon gelebte Realität in den deutschen Unternehmen ist, darüber lässt sich gewiss stunden lang streiten. Mit entsprechenden Fachwissen und passenden Ergebnissen untermauern konnte das an diesem Tag nur eine Person, Prof. Dr. Tim Weitzel war wahrlich der heiß erwartete Gastredner des Tages. In Zusammenarbeit mit Monster.de führte Prof. Dr. Weitzel eine großangelegte Studie zum Thema "Recruiting Trends 2019 (Fokus Digitalisierung)" durch. In der Studie sollten alle neuen Recruiting-Trends der kommenden Jahre erfasst werden und den anwesenden Teilnehmern einen noch tiefere Einblicke in die Weiterentwicklung bereits bestehende Recruiting-Trends wie z. B dem agilen Arbeiten, Home Office, New Work und Mobile Recruiting geben. Insgesamt nahmen an der Studie 1.000 Unternehmen und insgesamt 3.300 Kandidaten teil. Die IT-Branche war mit 300 teilnehmenden Unternehmen vertreten.

Neue Arbeit erfordert neue Jobs

Bevor es einen umfassenden Überblick über neue Technologien und Innovationen gab, wurde das Thema Angst vor der kommenden Digitalisierung angesprochen. Unterlegt wurde dieses sehr emotionale Thema mit rationalen Ergebnissen. Aktuell fürchten sich mindestens ein Mitarbeiter von zehn davor von einer KI ersetzt zu werden. In zehn Jahren würde die Anzahl bei Beschäftigten von eins auf zwei Mitarbeiter mit beruflichen Verlustängsten ansteigen. Nach zwanzig Jahren werden mindestens drei von zehn Arbeitnehmer Angst um ihren Arbeitsplatz haben.

Positive und neutrale Aussagen machte die Studie vor allem bei den Veränderungen des Berufsbildes und der Zusammenarbeit mit neuen Technologien. 35,3 Prozent der Unternehmen gehen davon aus das sich bestehende Arbeit, und dessen Anforderungen, im Verlaufe der Digitalisierung verändern werden. In der IT-Kommunikation gehen immerhin 22,7 Prozent von Veränderungen aus. Als positiv bewertet wurden die Information, dass die Digitalisierung zukünftig branchenübergreifend auf dem Arbeitsmarkt 9,6 Prozent an neuen, noch unbekannten, Jobs schaffen werde. In der IT sind es ganze 21,7 Prozent an neuen Berufen.

Die Traumhochzeit von IT, Kommunikation und Human-Ressource-Management

Neue Unterstützung im Alltag können vor allem die Recruiter und Personalmanager erwarten. Mit den Zuwachs von digitalen Karriereberatern, bewerberbezogene Job-Recommender, Social Recruiting und neuen Tools wie Key Performance Indicators, können sich die HR-Manager über eine größere Bandbreite von Einsatz- und Werbemöglichkeiten freuen. Trotz Skepsis von Belegschaft und Betriebsräten, arbeiten und bewerten schon vier von zehn Unternehmen die Leistung ihrer Mitarbeiter mit einem, oder mehreren, Key Performance Indicator Tool. In der IT sind es inzwischen schon sechs von zehn Unternehmen. Auch wenn die IT und Human-Ressource-Abteilung am stärksten von der Integration von digitalen Tools betroffen ist, zeigen diese sich weiterhin positive gestimmt.

Nur 4,5 Prozent befürchten einen Jobverlust durch die Digitalisierung. Man arbeite am Schluss immer noch mit Menschen zusammen, so die Erklärung von Prof. Weitzel. 90,8 Prozent der befragten Unternehmen sehen durch die Digitalisierung eine Verbesserung der Effektivität und Effizienz des Rekruitierungsprozesses. Mit 95,2 Prozent sind sich fast alle Befragten der IT-Unternehmen einig, dass die Digitalisierung weiterhin positive Effekte auf deren Berufsfeld haben wird.

Künstliche Intelligenz, Active Sourcing, Virtual Reality und Augmented Reality als Unterstützung

Mehr als die Hälfte der Unternehmen gehen heute schon davon aus, dass die Implementierung von KI-Systemen eine unterstützende Rolle im Unternehmen einnehmen wird. Vor allem das Marketing und die Personalabteilung dürfen gespannt sein. Mit Virtual und Augmented Reality würden sich klassische Schritte im Bewerbungsprozess ganz neu gestalten lassen. Ein gutes Beispiel wäre das Onboarding von neuen Mitarbeitern, so könnten diese mit Augmented Reality das Unternehmen während eines Spaziergangs durch das Gebäude in unterschiedlichen Fassetten kennenlernen und leichter Zugang zu wichtigen Informationen erhalten, ohne danach fragen oder bitten zu müssen.

Neue Welt mit andere Prioriäten

Die aktuelle Prioritätenliste des HR-Managers im Employer Recruiting und Branding ist klar: ein ausgefeiltes Design, gutern Kontent und die Maschinenlesbarkeit stehen in absteigender Reihenfolge an der Spitze der Prioritätenliste. Zwar werden die anderen Prioritäten wie die Pflege der Interaktiven Elemente (z. B Social Media) und dynamischen Elementen (z. B Videos) nicht vergessen, jedoch verlieren oder gewinnen diese nicht soviel an Bedeutung in der kommenden fünf-Jahres-Prognose. An die Spitze rücken wird in den kommenden Jahren die Maschinenlesbarkeit, gefolgt von Kontent und grafischen Design. So wird sich einiges auf den Homepages der Unternehemn tun, jedoch sind wir schon näher an der Homepage der Zukunft wie erwartet.

Alles einer Frage der inneren Einstellung

Die Grundstimmung der teilnehmenden Besucher des Monster Symposium 2019 war grundsätzlich positiv, ebenso wie die Grundstimmung der befragten Unternehmen. Vier von zehn Mitarbeitern sind neutral auf die digitale Zukunft eingestimmt, sogar mehr als ein Drittel sieht die Zukunft positiv. Das lässt hoffen, auf eine tolle, digitale Zukunft.

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