Stressfaktoren im Job: Wenn die To-do-Liste zur Last wird

5 August 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 4 Minuten

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Beschäftigte in Deutschland machten 2017 über zwei Milliarden Überstunden, rund die Hälfte davon unbezahlt. Seitdem dürfte sich die Situation kaum entscheidend verändert haben – und das geht nicht spurlos an den Arbeitnehmer/innen vorbei. 66,6 Prozent der Befragten nannten „Zeitdruck“ als größten Stressfaktor ihres Jobs, gefolgt von „Zu viele Aufgaben und zu wenig Personal“ (50,8 Prozent). Beide Faktoren und die Häufigkeit ihrer Nennung zeigen ebenso wie die Zahl der Überstunden an, dass viele Berufstätige in ihren Unternehmen unter großem Druck stehen. Auf den Rängen 3 und 4 der größten Stressfaktoren stehen „Ärger mit den Kollegen“ (37,9 Prozent) und „Ärger mit Vorgesetzten“ (37,8 Prozent).

Insgesamt ist die Zahl der Arbeitnehmer, die in ihrem Job nach eigenen Angaben unter psychischer Belastung leiden, seit geraumer Zeit auf hohem Niveau stabil. Für 2019 liegt der Wert bei 67 Prozent und damit leicht höher als im Vorjahr. Schaut man auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, tritt Erstaunliches zu Tage: Männer empfinden mit 68,3 Prozent häufiger psychischen Stress auf der Arbeit als Frauen (64,8 Prozent). Die körperliche Belastung am Arbeitsplatz hingegen ist übrigens – geschlechterübergreifend – seit Jahren rückläufig. Lag sie in 2017 und 2018 noch bei 47 bzw. 44 Prozent, ist sie nun auf 41 Prozent gesunken.

Selbstbewusste Beschäftigte auf der Suche nach höherem Verdienst

Stressfaktoren hin oder her: Mehr als jede/r Vierte – rund 81 Prozent der Befragten – fühlt sich 2019 wohl am aktuellen Arbeitsplatz. Wohlfühlen ist jedoch offenbar nicht in jedem Falle gleichbedeutend mit dem Wunsch zum Bleiben, denn rund 24 Prozent sind aktuell aktiv auf der Suche nach einem neuen Job. Die Tendenz ist gegenüber dem Vorjahr leicht steigend. Dabei sind die Arbeitnehmer/innen durchaus selbstbewusst: 69 Prozent betrachten ihre Chancen, heute in Deutschland einen neuen Job zu finden, als „sehr gut“ oder „eher gut“. Dieser Wert, der im Vorjahr noch bei 63 Prozent lag, gilt nicht nur für die Wechselwilligen, sondern für alle Befragten der Studie. Die Beweggründe für den angestrebten Wechsel sind vielfältig. Ganz oben steht der Wunsch nach besserem Verdienst (47,3 Prozent), gefolgt von besseren Aufstiegsmöglichkeiten (30,9 Prozent) und dem Wunsch nach neuen Erfahrungen (29 Prozent). Immerhin 27,3 Prozent der Wechselwilligen erhoffen sich von einer neuen Stelle auch ein besseres Betriebsklima – hier schließt sich der Kreis zu den größten Stressfaktoren im Job.

Quelle: Arbeitsmarktbefragung 2019 der Orizon GmbH

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