Studie: Nachholbedarf beim Arbeitsplatz der Zukunft

2 September 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 6 Minuten

Studien

KI-Systeme, IoT und andere Technologien verändern die Art und Weise, wie Unternehmen Geschäfte machen und die Bedürfnisse ihrer Kunden erfüllen. Entsprechende digitale Strategien können jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn Unternehmen eine Kultur aufbauen, die Veränderungen fördert. Um herauszufinden, wie weit europäische Unternehmen mit der Einführung des Digital Workplace sind und mit welchen Herausforderungen sie noch kämpfen, haben Dell Technologies und VMware eine gemeinsame Studie durchgeführt, für die rund 400 Vollzeitbeschäftigte aus Unternehmen jeder Größe befragt wurden.

Die Studie zeigt, dass bisher lediglich 29% der europäischen Organisationen eine dedizierte Future-of-Work-Strategie erfolgreich etabliert haben – einen ganzheitlichen und integrierten Ansatz also, um das Unternehmen und die Mitarbeiter mit den neuesten Innovationen und Konzepten zu unterstützen. In diesen sogenannten „entschlossenen Organisationen“ (oder FDOs: „Future of Work determined organizations“) werden zum Beispiel intelligente Technologien eingesetzt, um Routineaufgaben zu automatisieren und den Mitarbeitern zu ermöglichen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Mehr als die Hälfte dieser FDOs hat dabei etwa intelligente digitale Assistenten implementiert, und bei fast einem Viertel werden KI-fähige Back-Office-Funktionen genutzt oder sind zumindest in Planung. Hinzu kommen Cloud-basierte Plattformen (54%), mobile Sicherheitssoftware (49%) und der mobile Zugriff auf Tools (39%). Um die digitalen Qualifikationen der Mitarbeiter auf den neuesten Stand zu bringen, setzt die Hälfte der FDOs derzeit Trainingsprogramme um.

Mit dem Arbeitsplatz der Zukunft gehen jedoch nicht nur technische Neuerungen einher, sondern auch die Verbesserung des Arbeitsumfelds selbst: 46% der Befragten stimmten zu, dass die Neugestaltung der Büroräume integraler Bestandteil ihrer Future-of-Work-Strategie ist. Zudem sind flexible Arbeitsmodelle für viele Arbeitnehmer wichtig, und auch Unternehmen haben deren Nutzen erkannt: 57% gaben an, dass dadurch die Produktivität verbessert werden soll, und 56% sagen, dass sie durch flexible Arbeitsmodelle die Zufriedenheit der Arbeitnehmer steigern wollen. Unternehmen sollten die Einführung eines Work-Life-Balance-Programms jedoch auch in Betracht ziehen, um die Bindung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen zu erhöhen: 46% sehen hierin einen der wichtigsten Vorteile flexibler Arbeitszeiten. Immerhin haben 48% der europäischen Unternehmen bereits Sicherheitsmaßnahmen entwickelt, die modernen Arbeitsweisen wie flexibler und Remote-Arbeit zugutekommen. In Deutschland sind es sogar fast zwei Drittel der Unternehmen.
Für die Transformation benötigen Unternehmen allerdings auch Ressourcen. Ein Viertel der FDOs – in Deutschland 11% – verfügen deshalb über ein dediziertes Transformationsbudget. Mehr als ein Viertel der europäischen Unternehmen beziehungsweise 38% der deutschen Unternehmen nutzen die Mittel ihrer IT-Abteilung. Damit die digitale Transformation nicht Gefahr läuft, auf der Strecke zu bleiben, sollten diese Unternehmen sie jedoch in die allgemeinen Geschäftspläne integrieren.

Gleichwohl verzögert die gegenwärtige Generationenspaltung die Realisierung des Arbeitsplatzes der Zukunft europaweit. Durchschnittlich setzt sich die Belegschaft aus 35% Gen X (geboren 1965-1980), 38% Gen Y (geboren 1980-2000) und 7% Gen Z (geboren nach 2000) zusammen; in Deutschland aus 40% Gen X, 33% Gen Y und 4% Gen Z. Für 29% der Befragten wirken sich daher intergenerationale Konflikte und multigenerationale Arbeitserwartungen, die sich aus diesem Mix ergeben, negativ auf die Akzeptanz des Digital Workplace aus. Unternehmen können dem nur entgegenwirken, indem sie die Ursachen für die Probleme – etwa die Angst vor dem Unbekannten – ermitteln und beheben. Darüber hinaus gaben mehr als ein Drittel der Unternehmen Datenschutz und Governance als Herausforderung für Innovationen am Arbeitsplatz an. Auch redundante IT-Systeme beeinträchtigen nach Meinung von 30% der Befragten die Integration neuer Technologien. Da das Sicherheitsrisiko durch veraltete Lösungen steigt, sollten Unternehmen diesbezüglich keine Investitionen scheuen.

Für die Studie führte das unabhängige Forschungsunternehmen IDC im Auftrag von Dell Technologies und VMware im November 2018 eine Online-Umfrage in der Tschechischen Republik, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien und Großbritannien durch. Die Fragen wurden in sechs Sprachen angeboten und von 386 Vollzeitbeschäftigten aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen beantwortet.


Quelle: Studie von IDC im Auftrag von Dell Technologies und VMware

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