Umfrage: Rund jeder zweite Deutsche hat innerlich gekündigt

26 August 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 4 Minuten

Umfragen

In Deutschlands Büros herrscht stiller Frust: Jeweils etwa die Hälfte der Bundesbürger ist mit den aktuellen Arbeitsbedingungen unzufrieden oder möchte in den kommenden zwölf Monaten kündigen. 48 Prozent halten ihr derzeitiges Gehalt zwar für fair, trotzdem wäre eine bessere Bezahlung Motivation für einen Jobwechsel. 19 Prozent sind auf der Suche nach einer Position mit besserer Bezahlung - in den Vorjahren waren es allerdings noch 22 beziehungsweise 23 Prozent.

Geld allein genügt nicht für Zufriedenheit im Berufsleben

Wichtig sind Lob und Wertschätzung der Arbeit. Zweithäufigster Grund für die geplante Kündigung ist mangelnde Anerkennung. 15 Prozent der Deutschen haben das Gefühl, ihre Leistungen würden nicht ausreichend wahrgenommen und möchten daher den Job wechseln. Das Lob vom Chef bleibt oft aus. Weitere zehn Prozent kommen aus verschiedenen Gründen nicht mit ihren Vorgesetzten klar. Diese Differenzen wirken sich auf die Stimmung im Team aus. Schlechtes Arbeitsklima veranlasst wiederum jeden zehnten Beschäftigten, sich nach einer neuen Stelle umzuschauen.

Starre Arbeitszeiten und zu wenig Karriereoptionen

Elf Prozent würden ihr aktuelles Unternehmen gern wegen unflexibler oder zu langer Arbeitszeiten verlassen. Schließlich werden in 63 Prozent der Firmen keine flexiblen Arbeitszeitmodelle angeboten. In 79 Prozent der Fälle ist Homeoffice nicht möglich. Die Möglichkeit, den Joballtag an das Privatleben anzupassen, ist vor allem für Mitarbeiter mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen relevant. Doch 68 Prozent der Mitarbeiter bescheinigen ihren Unternehmen nur wenig Familienfreundlichkeit.

Unzufriedenheit herrscht auch über die internen Entwicklungsmöglichkeiten. Nur in 17 Prozent der Firmen wird Karriere aktiv gefördert und nur bei 13 Prozent ist es problemlos möglich, innerhalb des Unternehmens in eine gleichrangige Position zu wechseln.

"Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem Arbeitnehmermarkt, in dem die Fachkräfte sich das Unternehmen aussuchen, das zu ihnen passt", sagt Frits Scholte, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. "Es ist leichter, wertvolle Mitarbeiter zu halten, als neue anzuwerben. Wie die Studie zeigt, fehlt oft lediglich an etwas Anerkennung, damit Fachkräfte die Kündigung nicht wahrmachen. Regelmäßige Gespräche helfen auch, mögliche Karrierepfade aufzuzeigen. Das sollten Unternehmen in ihrer Personalpolitik beherzigen."

Quelle: Studie "Jobzufriedenheit 2019" des Marktforschungsinstitutes Toluna im Auftrag der ManpowerGroup

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