Viele nichtakademische Arbeitnehmer sind offen für Umschulungen

20 Mai 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 2 Minuten

Arbeitsmarkt

Fast jeder zweite Nichtakademiker ist offen für eine berufliche Umschulung. Das ergab der aktuelle Blue-Collar-Kompass 01/2019, für den der Recruiting-Spezialist mobileJob 2.628 Arbeitnehmer mit nichtakademischen Hintergrund befragte. Demnach können sich 48% der Befragten eine Umschulung gut vorstellen. Die attraktivsten Berufsfelder liegen aus Sicht der potentiellen Umschüler in der Handelsbranche (von 28% der Befragten genannt), im industrie-technischen Segment (23%) sowie im Kundenservice und der Produktion (beide 17%). Immerhin auf Rang 5 der Rangliste für berufliche Neuorientierung: das Pflege- und Gesundheitswesen sowie das Handwerk (jeweils 16%).

Eine Kluft ergibt sich indes zwischen dem Interesse an einer Umschulung und der tatsächlichen Handlungsbereitschaft. Denn von den für eine Umschulung offenen Studienteilnehmern haben erst 30% wirklich einen solchen Veränderungsprozess durchlaufen – mit 35% ist der Anteil der Männer dabei leicht überdurchschnittlich. Interessant: Wer eine Umschulung vollzieht, macht das in der Regel aus freien Stücken. Das jedenfalls gaben 63% der Umschüler an. Weitere 15% wurden auf Anstoß der Bundesagentur für Arbeit aktiv und nur 10% auf Initiative ihres Arbeitgebers. Kein Wunder in dem Kontext, denn Angebote zur Umschulung gibt es den Befragten zufolge nur in 15 % der Unternehmen.

Motiv Gehalt: Geben und Nehmen

Der Hauptgrund für eine Umschulung liegt in der Hoffnung auf eine besser gefüllte Lohntüte. Denn eine finanzielle Verbesserung erhoffen sich 58% der Befragten. Dabei erwarten 38% der Befragten eine Verbesserung ihrer Bezüge um mindestens ein Fünftel. Um diese finanzielle Vorstellung umzusetzen, sind Umschüler aber auch bereit selbst zu investieren. Fast zwei Drittel (65%) der Befragten würden einen Eigenanteil einbringen, um sich beruflich umschulen zu lassen – 19% davon bis zu 500 Euro, weitere 12% gar bis zu 1.000 Euro. Weitere wichtige Gründe für eine Umorientierung: die Hoffnung auf mehr Zufriedenheit im Job (46%), körperliche Gründe, aus denen der alte Job nicht mehr erfüllt werden kann (30%), sowie die Hoffnung auf mehr Jobsicherheit (19%).

 

Quelle: Blue-Collar-Kompass 01/2019 von mobileJob mit dem MaFo-Institut respondi

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