Befristete Arbeitsverträge von Fußball-Profis

22 Januar 2018 - - Das Lesen dieses Beitrages dauert 5 Minuten
Urteile
Die Befristung von Arbeitsverträgen mit Lizenzspielern der Fußball-Bundesliga ist regelmäßig wegen der Eigenart der Arbeitsleistung des Lizenzspielers gemäß Teilzeit- und Befristungsgesetz gerechtfertigt.

Der Kläger war bei dem beklagten Verein in wiederholter Befristung als Lizenzspieler in der 1. Fußball-Bundesliga beschäftigt, zuletzt durch einen Arbeitsvertrag aus 2012, welcher eine Befristung zum 30. Juni 2014 und eine Verlängerungsoption für beide Parteien um ein Jahr vorsieht, wenn der Kläger in der Saison 2013/2014 in mindestens 23 Bundesligaspielen eingesetzt wird. Auch bedingt durch eine Verletzung kam es in der genannten Saison nur zu zehn Einsätzen in der Bundesliga. Der Spieler klagte später auf Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis nicht aufgrund der vereinbarten Befristung am 30. Juni 2014 geendet hat und machte hilfsweise den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses infolge der von ihm ausgeübten Verlängerungsoption bis zum 30. Juni 2015 geltend. Darüber hinaus verlangte er die Zahlung von Punkte- und Erfolgspunkteprämien für die Spiele der Rückrunde der Saison 2013/2014.

Nachdem das Landesarbeitsgericht die Klage abgewiesen hatte, blieb nun auch die Revision des Klägers hatte vor dem Bundesarbeitsgericht erfolglos. Die Richter führten aus, die Befristung des Arbeitsvertrags sei wegen der Eigenart der Arbeitsleistung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes gerechtfertigt. Im Spitzenfußballsport werden von einem Lizenzspieler sportliche Höchstleistungen erwartet und geschuldet, die dieser nur für eine begrenzte Zeit erbringen kann. Diese Besonderheit begründet ein berechtigtes Interesse an der Befristung des Arbeitsverhältnisses. Da der Kläger nur in zehn Bundesligaspielen der Hinrunde der Saison 2013/2014 eingesetzt wurde, sind die Voraussetzungen der Verlängerungsoption und des geltend gemachten Prämienanspruchs für die Spiele der Rückrunde nicht erfüllt. Der beklagte Verein hat die Erfüllung dieser Voraussetzungen nicht treuwidrig vereitelt.

Quelle: Bundesarbeitsgericht, Urteil mit Az 7 AZR 312/16

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