Berufstätigkeit und Lebenskrisen

Arbeitsmarkt
Das Wissenschaftliche Institut der AOK hat in einer repräsentativen Befragung von Beschäftigten erfahren, dass Lebenskrisen die Berufstätigkeit erheblich beeinflussen. Jeder zweite Betroffene fühlt sich in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt oder geht krank zur Arbeit. Den Ergebnissen zufolge war etwa die Hälfte der Erwerbstätigen in den letzten fünf Jahren von einem kritischen Lebensereignis betroffen – mit gravierenden Folgen für die Beschäftigten selbst und auch für ihre Arbeitgeber.

Die häufigsten Krisen sind den Angaben zufolge Konflikte im privaten Umfeld (16 Prozent), gefolgt von schweren Erkrankungen Angehöriger (12 Prozent) und finanziellen Problemen (11 Prozent). Mit zunehmendem Alter steigt zudem der Anteil der Betroffenen an: während Lebenskrisen nur bei einem guten Drittel der Arbeitnehmer unter 30 Jahren vorkamen, waren es bei den 50- bis 65-Jährigen nahezu zwei Drittel.

Kritische Lebensereignisse belasten die Gesundheit der Betroffenen und beeinflussen auch die Berufstätigkeit. So berichten 58,7 Prozent von körperlichen und 79 Prozent von psychischen Problemen. In der Folge fühlen sich mehr als die Hälfte der Befragten durch die Krise in der eigenen Leistungsfähigkeit in ihrem Berufsleben eingeschränkt (53,4 Prozent). Ähnlich viele Menschen geben an, trotz einer Erkrankung in diesem Kontext zur Arbeit gegangen zu sein (48,8 Prozent). Mehr als ein Drittel fühlte sich aufgrund des kritischen Lebensereignisses unzufrieden mit der Arbeit (37,3 Prozent) oder hat sich häufiger krank gemeldet (34,1 Prozent).

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass den Führungskräften in den Unternehmen mit Blick auf die Lebenskrisen ihrer Beschäftigten eine große Verantwortung zukommt. Es gilt, rechtzeitig die geeigneten Maßnahmen zur Unterstützung betroffener Arbeitnehmer zu ergreifen.

Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK

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