Steuererklärung: Krankheitskosten, verursacht durch einen Wegeunfall, sind als Werbungskosten abziehbar

20 Mai 2020 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 3 Minuten

Steuer

Durch einen schweren Unfall auf dem Hinweg zur Arbeit, konnte die steuerpflichtige Pendlerin nicht mehr zur Arbeit fahren. Die Entfernungspauschale konnte sie daraufhin auch nicht mehr geltend machen. Sie machte die hierdurch verursachten Krankheitskosten, soweit sie nicht von der Berufsgenossenschaft übernommen wurden, als Werbungskostenbei ihren Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt wiedersprach dieser Praxis und das Finanzgericht entschied in der folgenden Klage im Sinne des Finanzamtes.

Der Bundesgerichtshof erkennt eine Lücke – Unfallkosten können nun als Werbekosten abgesetzt werden

Der BFH erkannte die unfallbedingten Krankheitskosten hingegen als Werbungskosten an. Zwar sind durch die Entfernungspauschale grundsätzlich sämtliche fahrzeug- und wegstreckenbezogene Aufwendungen abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte veranlasst sind. Dies gilt auch für Unfallkosten, soweit es sich um echte Wegekosten handelt (z.B. Reparaturaufwendungen). Die anderen Aufwendungen hingegen sind dies nicht. Deswegen dürfen diese beruflich bedingten Krankheitskosten nun zukünftig, neben der Entfernungspauschale, als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Quelle: Bundesfinanzhof, ra-online (pm/ab) - VI R 8/18 -

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