Steuerliche Behandlung von Vorsorgeaufwendungen bei Tätigkeit im Ausland

12 Januar 2018 - - Das Lesen dieses Beitrages dauert 8 Minuten
Steuer
Nachdem der Europäische Gerichtshof im Juni 2017 entschieden hatte, dass die unionsrechtliche Arbeitnehmerfreizügigkeit nach Art. 45 AEUV der Regelung eines Mitgliedstaates entgegensteht, nach der die Altersvorsorgeaufwendungen und Krankenversicherungsbeiträge von in einem EU-Mitgliedstaat tätigen, aber in Deutschland wohnenden Arbeitnehmern, deren Arbeitslohn nach einem Doppelbesteuerungsabkommen von der inländischen Besteuerung freigestellt ist, vom Sonderausgabenabzug ausgenommen sind, gibt das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben vom 11.12.2017 nun das Folgende bekannt:

Entgegen der Regelungen in § 10 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes sind Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 1 Nr. 2, 3 und 3a EStG als Sonderausgaben zu berücksichtigen, wenn diese Beiträge in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang mit in einem EU-Mitgliedstaat oder einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erzielten Einnahmen aus nichtselbständiger Tätigkeit stehen, diese Einnahmen nach einem Doppelbesteuerungsabkommen im Inland steuerfrei sind, der Beschäftigungsstaat keinerlei Abzug der mit den steuerfreien Einnahmen in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Beiträge im Besteuerungsverfahren zulässt und
auch das Doppelbesteuerungsabkommen die Berücksichtigung der persönlichen Abzüge nicht dem Beschäftigungsstaat zuweist.

Die vorstehenden Regelungen sind in allen noch offenen Fällen anzuwenden.

Quelle: Bundesfinanzministerium, BMF-Schreiben vom 11.12.2017

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