Azubis ist guter Rat teuer

18 April 2018 - - Das Lesen dieses Beitrages dauert 8 Minuten
Arbeitsmarkt

Auszubildende in Deutschland wollen mehr Berufsorientierung, wie der der aktuelle SMASH-Trend nun feststellte. Befragt wurden 1.019 Kandidaten, die eine Ausbildung absolviert haben oder dies derzeit tun.

Den Ergebnissen zufolge wünschen sich 79 Prozent aller Befragten, mehr Möglichkeiten zur Berufsorientierung, von den derzeitigen Azubis vermissen sogar 86 Prozent ein besseres diesbezügliches Angebot. Von den Teilnehmern an der Umfrage haben nur 38 Prozent bereits eine Beratung zur Berufsorientierung genossen, knappe zwei Drittel aus dieser Gruppe wussten allerdings nach der Beratung genau, welcher Beruf für sie der richtige ist.

Den Wunsch nach einer besseren Information rund um den Berufseinstieg verbinden die meisten Umfrageteilnehmer mit der Forderung nach einem besseren Angebot schon in der Schule (73 Prozent) sowie mit ausgebauten Angeboten im Internet. Gerade die aktuellen Azubis wünschen sich diesbezüglich mehr digitale Möglichkeiten wie ein ausgebautes Angebot an entsprechenden Online-Informationsportalen oder eine Filterung der eigenen Berufsmöglichkeiten über Online-Fragebögen vor.

Auf die Frage, wie sie zu ihrem Ausbildungsberuf gekommen sind, antworteten 38 Prozent der Befragten, dass sie ihrem ursprünglichen jugendlichen Berufswunsch ohne eine Suche nach Alternativen gefolgt seien. Weitere 22 Prozent ließen sich von Empfehlungen durch Eltern, Freunde oder Bekannte leiten. Jeder Fünfte (19 Prozent) entschied sich indes auf Basis des vorhandenen Angebots, dass er oder sie über aktuelle Stellenanzeigen für sich eruierte. Interessant: Wenn sich Azubis über ihren Berufseinstieg informieren, dann interessieren sie sich in erster Linie für den Beruf und weniger für den Arbeitgeber. 67 Prozent von ihnen investieren mehr Zeit in die Berufsrecherche als in die nach dem Unternehmen.

Medialer Paradigmenwechsel zwischen den Ausbildungsgenerationen
Das Internet hat die Job- und Berufsorientierung im Ausbildungsbereich nachhaltig verändert. Während „satte“ 52 Prozent der heute 40-49-jährigen wohl auch mangels Möglichkeiten noch gar nicht online nach Job-Informationen suchten, ist dieser Anteil bei der aktuellen Azubi-Generation auf nur noch 6 Prozent gesunken. Für ihre Recherche nutzen heutige Azubis den Laptop (53 Prozent) oder den Desktop-PC (65 Prozent). Stark ansteigend ist der Anteil des Smartphones, das bereits 29 Prozent aller Azubis einsetzen, wenn sie sich über den optimalen Berufseinstieg informieren. Überraschend: Die Verlagerung auf digitale Geräte führt keineswegs zu mehr Oberflächlichkeit in der Auseinandersetzung mit berufsorientierenden Themen, sondern im Gegensatz zu einem intensiveren Umgang damit. Denn während nur ein Drittel der ehemaligen Azubi-Generation in ihrer Bewerbungsphase täglich mehr als eine halbe Stunde in die individuelle Berufsorientierung investierte, liegt der Anteil in der aktuellen Ausbildungsgeneration bei 53 Prozent. Top-Informationsquellen für die heutige Generation sind Online-Jobbörsen (45 Prozent), allgemeine Online Artikel mit Berufsbezug (41 Prozent) sowie Karriere-Webseiten (34 Prozent). Für frühere Azubis waren die eigenen Eltern erster Anlaufpunkt (26 Prozent) als Informationsträger. Zudem wurde in Zeitungen und entsprechender Fachliteratur (jeweils 20 Prozent) recherchiert.

Quelle: SMASH-Trend, Umfrage von Talents Connect Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen respondi

 


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