Recruiting: Digitale Suche, analoges Kennenlernen

11 Oktober 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 6 Minuten

Recruiting

Der Wechsel in einen neuen Job besteht vereinfacht betrachtet aus drei Schritten: auf die Suche nach geeigneten Stellen und Unternehmen folgt das Einreichen der Bewerbung und schließlich – sofern man vom potenziellen neuen Arbeitgeber in die engere Auswahl gezogen wird – das eigentliche Bewerbungsverfahren. In jede dieser Phasen haben inzwischen digitale Technologien Einzug gehalten, jedoch in ganz unterschiedlichem Ausmaß.
Im ersten Schritt, der Suche nach Stellenausschreibungen, ist die Welt der Bewerber*innen ganz überwiegend digital. 58 Prozent der Befragten geben an, sich dazu auf klassischen Stellenbörsen umzuschauen. Die Website des Wunscharbeitgebers nutzen 42,2 Prozent. Auch Suchmaschinen (34,5 Prozent) und Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn (29,3 Prozent) sind beliebte Kanäle. Eine Mischung aus digitaler und analoger Welt repräsentiert die Bundesagentur für Arbeit, die immerhin noch von 43,7 Prozent der Befragten konsultiert wird – allerdings mit rückläufiger Tendenz.

Im nächsten Schritt des Prozesses, dem Einreichen der Bewerbung, vollzieht sich ebenfalls ein Wandel: Bewerbungen auf dem Postweg sind ein Auslaufmodell und werden nur noch von weniger als einem Drittel (29,4 Prozent) bevorzugt. Klarer Gewinner sind hier die E-Mail-Bewerbungen (40,6 Prozent), aber auch Online-Bewerbungsformulare erfreuen sich wachsender Beliebtheit (27,9 gegenüber 21,9 Prozent im Vorjahr).

Face-to-Face schlägt Algorithmus

Geht es dann allerdings im dritten Schritt ans „Eingemachte“ – sprich: das eigentliche Bewerbungsverfahren – möchte sich der weit überwiegende Teil von 87 Prozent der Kandidat*innen im persönlichen Gespräch präsentieren. Weitere sechs Prozent bevorzugen ein telefonisches Interview, drei Prozent ein Video-Interview. Den in zahlreichen aktuellen Debatten heiß diskutierten Matching-Algorithmen erteilen die Befragten in der Studie jedoch eine klare Absage. Gerade einmal zwei Prozent sehen dies als Königsweg.


Quelle: Orizon Arbeitsmarktbefragung 2019

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