Die Verpackung macht’s!

Versand- und Verpackungskosten sind Bestandteil der 44-Euro-Freigrenze

15. Februar 2017

Gewährt ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten Sachbezüge, so sind etwaige Versand- und Verpackungskosten in die monatliche Steuerfreigrenze von 44 Euro einzurechnen. Überschreitet der Wert des Sachbezuges die Freigrenze nur wegen der Aufwendungen für Versand und Verpackung, so gilt diese als insgesamt überschritten und der Arbeitgeber haftet für etwaig anfallende Lohnsteuer. Dies hat das Finanzgericht Baden-Württemberg in einem aktuellen Urteil entschieden.

Im vorliegenden Fall hatte eine Spedition ihren Arbeitnehmern im Rahmen eines Prämiensystems ermöglicht, bei einer Fremdfirma Waren im Rahmen der 44-Euro-Freigrenze zu bestellen. Diese Firma stellte üblicherweise jeweils eine Warenrechnung über 43,99 Euro aus, berechnete aber zusätzlich Kosten für den Versand. Das Finanzamt hatte in der Folge den Arbeitgeber wegen Überschreitung der 44-Euro-Freigrenze für nicht einbehaltene und nicht abgeführte Lohnsteuer in Haftung genommen. Dagegen hatte die Spedition geklagt und argumentiert, die Übernahme der Kosten für den Versand sei nicht Bestandteil des geldwerten Vorteils für die Beschäftigten.

Das Finanzgericht bestätigte die Auffassung des Finanzamts und sah im Wert von Versand und Verpackung eine zusätzliche Dienstleistung zum Vorteil der Arbeitnehmer. Der Bundesfinanzhof hat auf die Nichtzulassungsbeschwerde gegen das Urteil die Revision zugelassen.

Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg (Az.: 10 K 2128/14; BFH-Az.: VI R 32/16)