EU-Vergleich: Deutschland hat nicht die höchsten Arbeitskosten

12. April 2017

Das Statistische Bundesamt hat die Arbeitskosten in allen EU-Ländern für 2016 verglichen und herausgefunden, dass Deutschlands Arbeitgeber im produzierenden Gewerbe und dem Bereich wirtschaftlicher Dienstleistungen im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 33,40 Euro pro geleisteter Arbeitsstunde im EU-Vergleich nur auf Platz 7 liegen. Gemessen am EU-Durchschnitt von 25,70 Euro zahlten deutsche Arbeitgeber damit zwar immer noch 30 Prozent mehr für eine Stunde Arbeit – die Kosten in Ländern wie Frankreich (36,30 Euro) oder Dänemark (Platz 1 mit 43,40 Euro) lagen allerdings noch deutlich über den deutschen Werten. Die niedrigsten Arbeitskosten wies Bulgarien mit gerade einmal 4,40 Euro auf.

Anders waren die Zahlen im international besonders umkämpften verarbeitenden Gewerbe. Hier kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2016 durchschnittlich 38,70 Euro. Damit lag die Bundesrepublik 47 % über dem EU-Durchschnitt von 26,40 Euro – und belegte Rang vier.

Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Im vergangenen Jahr zahlten die Arbeitgeber in Deutschland im produzierenden Gewerbe und den wirtschaftlichen Dienstleistungen auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten. In puncto Lohnnebenkosten lag Deutschland damit unter dem EU-Durchschnitt von 31 Euro und belegte EU-weit den 14. Platz. Die höchsten Lohnebenkosten in der EU wurden mit 49 Euro in Schweden bezahlt, die niedrigsten mit 9 Euro in Malta.