Gutachten: Sozialbeiträge steigen, Beschäftigung nimmt zu

20. April 2017

Nach Berechnungen der Gemeinschaftdiagnose aus fünf Instituten für Wirtschaftsforschung lässt die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland die Zahl versicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse bis Ende 2018 um rund eine Million ansteigen. Dem Frühjahrsgutachten der Institute zufolge werden die Bruttolöhne zudem in diesem Jahr erneut um etwa 4 Prozent steigen. Für die gesetzliche Rentenversicherung bedeuten diese Aussichten eine weiterhin stabile Entwicklung der Beiträge und ebenso einen Anstieg der Renten in diesem Jahr um mehr als 3 Prozent.

Allerdings übten die Forscher deutliche Kritik an der Rentenpolitik der Bundesregierung, vor allen Dingen mit Blick auf die Rente mit 63 und die Mütterrente. Beide Maßnahmen werden dem Gutachten zufolge nicht zuletzt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren zu einer finanziellen Belastung.

Insgesamt ist die Abgabenquote in den vergangenen Jahren gestiegen und erreichte im vergangenen Jahr erstmals seit der Jahrtausendwende wieder die 40-Prozent-Marke. Die Steuerquote erreichte mit 23,3 Prozent sogar den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung.

Die Wissenschaftler stellen diesbezüglich einen beträchtlichen Anstieg der Beiträge für das System der sozialen Sicherung in den kommenden Jahren in Aussicht, insbesondere in den Bereichen der Kranken- und der Rentenversicherung. In diesem Zusammenhang betonen sie die Bedeutung perspektivischer Steuersenkungen als Ausgleich für die steigende Soziallast.

Die Gemeinschaftsdiagnose wird zweimal im Jahr im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erstellt. Am Frühjahrsgutachten 2017 haben das DIW Berlin, das ifo Institut, das IfW, das IWH und das RWI mitgewirkt.

Quelle: Frühjahrsgutachten der Gemeinschaftsdiagnose