Junge Europäer: Lieber ein spannender Job als viel Geld

13. September 2017

Sieben von zehn jungen Europäern würden eine langweilige, aber sehr gut bezahlte Stelle gegen eine ansprechende, aber nur durchschnittlich bezahlte Stelle tauschen. Zu diesem erstaunlichen Ergebnis kommt eine internationale Arbeitsmarktstudie von YoungCapital in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht über die Denkweise von Millennials. Befragt wurden insgesamt 3.721 Menschen zwischen 17 und 36 Jahren in acht europäischen Ländern. Auf die Kernfrage, ob man eher eine langweilige, aber gut bezahlte Stelle oder einen ansprechenden Job mit moderatem Gehalt bevorzuge, antworteten 69 Prozent der Befragten klar: Anspruch geht vor Geld!

Zudem ist Spaß bei der Arbeit ist für 55 Prozent der jungen Deutschen entscheidend und damit sogar wichtiger als eine gute Bezahlung. Für junge Spanier (81 Prozent), Franzosen (77 Prozent) und Niederländer (71 Prozent) ist dies bei der Jobsuche sogar noch wichtiger.

Bei der Studie wurden ebenfalls die bei Millennials beliebtesten Vertragsformen unter die Lupe genommen. Durchaus interessant auch hier: 60 Prozent der jungen Europäer bevorzugen befristete Verträge, in Deutschland waren es sogar zwei Drittel der Befragten. Dieser Paradigmenwechsel bedeutet eine Abkehr von den Faktoren Sicherheit im Job und Arbeitgebertreue. Auf einem arbeitnehmerdominierten Arbeitsmarkt sinkt offenbar die Sorge vor Arbeitslosigkeit. Die jungen Menschen von heute sind zudem flexibler und erwarten dies offenbar auch von ihrem Job.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: In allen acht europäischen Ländern finden junge Leute es wichtig, neue Dinge lernen zu können, und geben dies als das allerwichtigste Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers an. Das Gehalt steht nur an zweiter Stelle, gefolgt von einer deutlichen Erwartungshaltung: Junge Leute wollen genau wissen, was ihr Chef von ihnen erwartet.

Quelle: Eigener Bericht mit Material von YoungCapital und der Universität Utrecht