Künstliche Intelligenz – Fluch und Segen?

12 Dezember 2017

Dreieich, 12. Dezember 2017 – Fast sechs von zehn (59,7 %) deutschen HR-Managern glauben, dass bis 2025 durch das Aufkommen von künstlicher Intelligenz (KI) Arbeitsplätze in ihrer Branche wegfallen werden. Diese Einschätzung entspricht beinahe exakt der Meinung ihrer Kollegen in anderen europäischen Ländern, von denen 59,5 % derselben Überzeugung sind. Andererseits glaubt knapp die Hälfte (49,7 %) der deutschen Personalfachleute, das Aufkommen von KI könne den Einfluss der Personalabteilung auf die Geschäftstätigkeit ihres Unternehmens vergrößern – bei den europäischen Kollegen sind es 60,2 %.

Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Befragung von 1.000 HR-Spezialisten in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien, welche iVOX im Auftrag des Personaldienstleisters SD Worx durchgeführt hat.

Unternehmen setzen sich massiv für die Digitalisierung ein und nutzen in ihren verschiedenen Abteilungen in zunehmendem Maße computergesteuerte Prozesse. Dabei wird wachsend künstliche Intelligenz eingesetzt. Mit der KI trifft die Technologie (teilweise) autonome Entscheidungen, das Eingreifen von Menschen ist nicht mehr erforderlich. So kann KI beispielsweise Lebensläufe ohne menschliches Zutun prüfen, automatisch Nachrichten über soziale Medien an bestimmte Zielgruppen senden sowie Mitarbeiter schulen und ausbilden.

Deutsche „Personaler“ befürchten den Wegfall von Arbeitsplätzen durch KI

Beinahe sechs von zehn (59,7 %) deutschen Personalfachleuten befürchten ebenso wie ihre europäischen Kollegen (59,5 %) den Wegfall von Arbeitsplätzen in ihrer Branche durch das Aufkommen von KI. Demgegenüber glauben immerhin 48,1 % der deutschen HR-Manager, dass KI auch neue Arbeitsplätze schafft – die Kollegen in den anderen Ländern sind in im Bezug darauf mit 50,4 % [1] etwas optimistischer.

DEUTSCHLAND

EUROPA

KI führt bis 2025 zu einer Zunahme von Arbeitsplätzen

KI führt bis 2025 zu einem Verlust von Arbeitsplätzen

KI führt bis 2025 zu einer Zunahme von Arbeitsplätzen

KI führt bis 2025 zu einem Verlust von Arbeitsplätzen

Wird keinen Einfluss haben

32,1 %

23,3 %

32,1 %

22,5 %

Neutraler Einfluss

18,9 %

13,8 %

13,8 %

14,2 %

Wird einen Einfluss haben

48,1 %

59,7 %

50,4 %

59,5 %

Keine Meinung

1,0 %

3,2 %

4,3 %

3,7 %

Tabelle 1: Einfluss von KI auf die Schaffung von Arbeitsplätzen bis 2025 nach Meinung deutscher Personalfachleute und ihrer europäischen Kollegen

Gemischtes Gefühl auch innerhalb der eigenen Personalabteilung

Die deutschen Personalfachkräfte haben ebenso wie ihre europäischen Kollegen ein gemischtes Gefühl mit Blick auf den Einfluss von KI auf die Arbeitsplätze in ihrer Personalabteilung. 40,2 % glauben an die Schaffung neuer Arbeitsplätze durch KI. Dieser Prozentsatz entspricht in etwa jenem der anderen europäischen Kollegen, von denen ebenfalls 40,5 % dieser Meinung sind. Etwas mehr als die Hälfte (53,7 %) der deutschen Personaler ist dagegen davon überzeugt, dass Arbeitsplätze in ihrer Abteilung wegfallen werden, etwas mehr als der europäische Durchschnittswert (56,6 % [2]).

DEUTSCHLAND

EUROPA

KI führt bis 2025 zu einer Zunahme von Arbeitsplätzen

KI führt bis 2025 zu einem Verlust von Arbeitsplätzen

KI führt bis 2025 zu einer Zunahme von Arbeitsplätzen

KI führt bis 2025 zu einem Verlust von Arbeitsplätzen

Wird keinen Einfluss haben

41,8 %

28,0 %

41,2 %

23,3 %

Neutraler Einfluss

16,3 %

17,3 %

15,2 %

16,9 %

Wird einen Einfluss haben

40,2 %

53,7 %

40,5 %

56,6 %

Keine Meinung

1,7 %

1,0 %

3,9 %

5,6 %

Tabelle 2: Einfluss von KI auf die Schaffung von Arbeitsplätzen bis 2025 nach Meinung deutscher Personalfachleute und ihrer europäischen HR-Kollegen

HR kann durch KI an Bedeutung gewinnen

Etwa die Hälfte (49,7 %) der deutschen Personaler sieht im Aufkommen von KI eine Gelegenheit, den Einfluss der Personalabteilung auf die Geschäftstätigkeit ihres Unternehmens zu vergrößern. Uneinheitlich wird die Frage bewertet, ob KI die Rolle der Personalabteilung in ihrem Unternehmen vergrößern oder verkleinern wird: 32,1 % sind überzeugt, dass die Personalverwaltung eine zunehmende Rolle spielen wird, 14,8 % schätzen die Rolle geringer ein und 53,1 % glauben an keinen Einfluss von KI auf die künftige HR-Rolle im Unternehmen.

KI hat nicht nur Einfluss auf die Arbeitsplätze

Die deutschen HR-Manager sind davon überzeugt, dass KI alle Personalabläufe beeinflussen wird. Insbesondere „Zeit und Anwesenheit“, „Lernen und Entwicklung“ sowie „Leistungsmanagement“ werden sich den deutschen Befragten zufolge unter dem Einfluss der KI weiterentwickeln.

Schließlich geben die deutschen Personalfachleute an, infolge der Entwicklung von KI andere Kompetenzen rekrutieren zu wollen. Ganz vorne auf der Wunschliste steht hier die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen, doch auch das Thema Serviceorientierung wird an Bedeutung gewinnen, ebenso wie kognitive Flexibilität und Personalführung.

„Es überrascht nicht, dass die Personaler noch kein gänzlich klares Bild davon haben, welchen Einfluss künstliche Intelligenz auf den Verlust und die Schaffung von Arbeitsplätzen haben wird bzw. wie sich unsere Arbeit verändern wird. Dies steht vielmehr im Einklang mit früheren Studien zum Thema Digitalisierung. Computer werden nicht so schnell alle Mitarbeiter ersetzen und der menschliche Aspekt bleibt gerade in der Personalverwaltung besonders wichtig. Klar ist allerdings, dass KI den HR-Managern große Möglichkeiten bietet, strategischer zu arbeiten als je zuvor. Diese Entwicklung sehen wir bereits heute bei unseren Kunden, die ihre Personalpolitik auf der Grundlage von Vorhersageanalysen festlegen oder anpassen“, sagt Jan Laurijssen, Managing Consultant bei SD Worx.

Laden Sie hier das Ergebnis der Studie und die Infografik herunter



[1] In der Studie wurden zwei getrennte Fragen gestellt. Die erste Frage untersuchte, ob es durch KI zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Personalverwaltung kommt. Die zweite Frage prüfte, ob es durch KI in der Personalverwaltung zum Verlust von Arbeitsplätzen kommen kann. Deshalb ergibt die Summe nicht unbedingt 100 %.

[2] In der Studie wurden zwei getrennte Fragen gestellt. Deshalb ergibt die Summe nicht unbedingt 100 %.