Kleiner Dienstweg vom Laptop zum Strand: Workation liegt voll im Trend

27 Juli 2021

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – so lautet eine griffige Kurzformel für Workation. Dem Trend, der die beiden eigentlich gegensätzlichen Motive „Work“ und „Vacation“ in einem Kunstwort vereint, folgen immer mehr Menschen, die ihren Job infolge der Digitalisierung dauerhaft im Remote-Modus ausführen können. SD Worx fasst den aktuellen Stand zu einem Überblick zusammen und erläutert, worum es bei Workation geht und was Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen beachten müssen.
  • Arbeiten an Urlaubsorten ist für viele Unternehmen und Arbeitskräfte ein attraktives Arbeitsmodell
  • Flexibilität, Erholungswert und klare Projektziele steigern die persönliche Zufriedenheit
  • Kommunikationsfähigkeit gehört zu den wichtigsten persönlichen Eigenschaften für Expats und Co. 

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Richtig umgesetzt kann Workation eine Bereicherung für Arbeitnehmer*innen und Unternehmen sein.

 

Spanien, Italien, Türkei – entfernte Sehnsuchtsorte für Urlauber gibt es laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) viele. Vor diesem Hintergrund interessieren sich immer mehr qualifizierte Arbeitnehmer*innen für Workation als Arbeitsmodell, das es zulässt, morgens zu arbeiten und nachmittags die Füße ins Meer zu halten. Damit die Arbeit auch im selbstgewählten Paradies für alle Beteiligten die gewünschten Ergebnisse zeigt, gilt es ein paar Grundsätze zu beachten.

Manche Berufsgruppen sind klar im Vorteil

Bei aller Attraktivität für Globetrotter gilt es klarzustellen, dass sich Workation per se nur für bestimmte Berufe eignet. Wer im Job auf persönlichen Kundenkontakt oder auf ein Arbeitsumfeld mit aufwendiger technischer Ausstattung angewiesen ist, hat wohl kaum die Option, mehrere Wochen in einer Urlaubsregion zu arbeiten. Das bleibt folglich eher jenen vorbehalten, die ihre Arbeitsleistung via Internet erbringen können, also beispielsweise Blogger, Designer oder Programmierer. Neben der Gruppe der sogenannten Digitalen Nomaden, zu denen vielfach Freiberufler in den genannten Berufen gehören, nehmen auch zunehmend festangestellte Arbeitnehmer*innen Workation-Modelle in Anspruch.

Benefits von Workation

Bei immer mehr Arbeitsmodellen wird der Aspekt Flexibilität in puncto Arbeitszeit und -ort hervorgehoben. Genau hier setzt Workation an und betont dadurch, dass sowohl den Arbeitgeber*innen als auch den Arbeitnehmer*innen, die sich darauf einlassen, Leistung und Ergebnisse wichtiger sind als Anwesenheit im Büro. Tatsächlich kann der Aufenthalt an einem neuen Arbeitsort sogar ein wertvolles Plus an Kreativität wecken und neue Sichtweisen begünstigen – zusätzlich zur erholsamen Atmosphäre, die viele Urlaubsorte bieten. Genau diese Kombination sorgt im Idealfall für ein hohes Maß an Zufriedenheit im Job sowie mit der eigenen Lebenssituation.

Voraussetzungen für eine bereichernde Erfahrung

Da die Verbindung von hochwertiger Arbeitsleistung und Erholung im Fokus steht, ist Selbstdisziplin unerlässlich, um auch wirklich motiviert bei jedem Projekt zu Werke zu gehen – denn immerhin liegt das Paradies sprichwörtlich vor der Tür. Dazu gehören auch Absprachen, transparente Zuordnungen von Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie Organisationsfähigkeit. Benötigt wird daher die Fähigkeit, über lange Distanz zielgerichtet mit Kollegen, Vorgesetzten und Projektteams zu kommunizieren. Daneben sind Mut und Selbstbewusstsein weitere persönliche Eigenschaften, die für eine Workation-Initiative und deren Umsetzung dringend erforderlich sind. Denn nicht selten rufen Abweichungen von gewohnten Abläufen Kritiker und Neider auf den Plan.

Vorab die zentralen Rahmenbedingungen festlegen

Wie entscheidend Kommunikationsfähigkeit für den Erfolg eines Workation-Aufenthalts ist, zeigt das Erfordernis, die wichtigsten Punkte zwischen Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in zu vereinbaren, bevor es überhaupt losgeht. Dazu gehört, ein inhaltliches Ziel zu definieren, das während der Workation erreicht werden soll, Arbeitszeiten abzusprechen, Ort und Dauer der Workation zu fixieren und Regeln festzulegen, falls es nötig wird, von der Reise zurückzutreten oder sie abzubrechen. Auf diese Weise wird ein Rahmen als Basis abgesteckt, an der sich alle orientieren können. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die Organisation der Reise, da ein reibungsloser Ablauf für einen erfolgreichen Workation-Aufenthalt Voraussetzung ist. Um das zu gewährleisten, haben sich verschiedene Reise- und Hotelanbieter mittlerweile auf diesen Bereich spezialisiert. So können sich Arbeitnehmer*innen während ihres Aufenthalts ganz auf ihre Arbeit und die Erholung am Reiseort konzentrieren.