Deutsche Unternehmen haben überdurchschnittlich gute Kenntnis über ihre Personal- und HR-Ausgaben

29 Juni 2021

Eine strikte Analyse der internen und externen Kennzahlen ist für den Erfolg jedes Unternehmens entscheidend. Dies beherzigen deutsche Unternehmen auch in der aktuell unsicheren globalen Lage und sind europaweit am besten über ihre HR- und Personalkosten informiert. Dies gilt auch für die Personaleffizienz. Doch für den Unternehmenserfolg ist es auch essenziell zu wissen, wie es um die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen steht. In diesem Punkt haben deutsche Arbeitgeber Nachholbedarf.
  • 84 Prozent der deutschen Unternehmen verfügen über ein detailliertes Monitoring der Lohnkosten und HR-Ausgaben
  • 73 Prozent der Firmen hierzulande monitoren die Effizienz ihrer HR-Verantwortlichen und ihrer Mitarbeiter*innen
  • Nur 63 Prozent der Arbeitgeber*innen hierzulande überprüfen regelmäßig die Zufriedenheit der Mitarbeitenden

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Mitarbeiter*innen-Zufriedenheit ist eines der wichtigsten Elemente für den Unternehmenserfolg. (Quelle: SD Worx)

Diese Erkenntnisse gehen aus einer europaweiten Studie zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft hervor, die der HR- und Payroll-Spezialist SD Worx veröffentlicht hat. 1.382 Unternehmen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland, den Niederlanden, Österreich, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz wurden zu Entwicklungen der Betriebsabläufe und des Wohlbefindens der Mitarbeitenden befragt. Aus Deutschland haben 201 Unternehmen teilgenommen.

26 Prozent der europäischen Unternehmen haben keine oder nur wenige Informationen über ihre monatlichen oder jährlichen HR- und Lohnkosten. Deutsche Arbeitgeber*innen gehen jedoch mit einem guten Beispiel voran. 84 Prozent der Unternehmen hierzulande wissen genau, wie hoch die HR- und Lohnkosten sind. Anders verhält es sich hingegen in Frankreich (44 Prozent) und Österreich (41 Prozent). „Wir sehen, dass rund ein Viertel aller Unternehmen nicht sorgfältig prüft, wie viel tatsächlich für Personalkosten ausgegeben wird – das sind verpasste Chancen“, berichtet Cathy Geerts, Chief HR Officer bei SD Worx. „Die Ergebnisse in Frankreich und Österreich sind verblüffend. Durch eine verbesserte Kontrolle lässt sich nicht nur das Management optimieren. Unternehmen berauben sich der Möglichkeit, schwerwiegende Fehler oder ineffiziente Entscheidungen zu identifizieren und von vornherein zu vermeiden.“

Wie zufrieden sind die eigenen Mitarbeiter*innen?

66 Prozent der europäischen Unternehmen versuchen nicht nur einen Überblick über die Kosten und die Mitarbeiter*innen-Leistung zu gewinnen, sondern herauszufinden, wie zufrieden die Angestellten mit ihrer Arbeit sind. In Großbritannien (71 Prozent) und der Schweiz (70 Prozent) ist die Zahl der Arbeitgeber, die das Wohlbefinden ihrer Angestellten monitoren, am größten. In Frankreich (59 Prozent) und Deutschland (63 Prozent) haben Entscheider diesen Aspekt weit weniger im Blickfeld. „Viele Unternehmen richten ihren Blick zu stark auf die Kosten und die Leistung aus, aber diese beiden Aspekte sind auch untrennbar mit der Mitarbeiter*innen-Zufriedenheit verbunden. Diese ist eines der wichtigsten Elemente für den Unternehmenserfolg, das nicht außer Acht gelassen werden sollte. Unternehmen, die Projekte zur Steigerung der Zufriedenheit und des Engagements durchführen, sollten allerdings messen, ob diese auch zu den gewünschten Erfolgen führen. Derzeit ist das jedoch bei 42 Prozent der europäischen Unternehmen noch nicht der Fall“, erklärt Cathy Geerts.

Größte Aufmerksamkeit gilt Gesamtlohn- und Personalkosten

Die Arbeitgebenden wurden zudem gefragt, zu welchen Aspekten der HR- und Personalkosten sie die genausten Angaben machen können. Daraus ergibt sich, dass 84 Prozent der deutschen Firmen die Gesamtlohnkosten der Arbeitnehmer*innen genauestens prüfen. Ebenfalls 84 Prozent der Befragten behalten die Gesamtpersonalkosten im Auge. Danach nimmt das Interesse für die Ausgaben in diesem Bereich merklich ab. Die Lohnkosten für Mitarbeiter*innen, die nicht festangestellt sind, können nur noch 68 Prozent der deutschen Unternehmen benennen. Zudem beobachten nur 64 Prozent der Betriebe hierzulande die Kosten für Human Resource Management-Projekte und nur 66 Prozent der Befragten kontrollieren detailliert die Ausgaben für Weiterbildungen.

„Die genaue Untersuchung von Daten wie Lohn- und HR-Kosten bildet die notwendige Grundlage, um sinnvoll mit HR-Analysen arbeiten zu können“, erläutert Cathy Geerts. „Dadurch werden Unternehmen in die Lage versetzt, sich eine bessere Übersicht zu verschaffen und gegebenenfalls Beschlüsse anzupassen. Nur so lassen sich Entscheidungen im Sinne der Arbeitnehmer*innen und der Arbeitgeber treffen. Gerade in der heutigen Zeit ist es besonders wichtig, auf unerwartete Veränderungen vorbereitet zu sein wie zum Beispiel einen plötzlichen Rückgang der Kundennachfrage oder erforderliche Einsparungen.“

Auch die Effizienz steht im Fokus

Der Erfolg eines Unternehmens ist zudem von der Effizienz der Beschäftigten abhängig. Nur wer weiß, an welchen Stellen es hakt, kann an den richtigen Stellschrauben drehen. SD Worx untersuchte daher, inwieweit europäische Unternehmen die Effizienz ihrer HR-Abteilung und ihrer Mitarbeiter*innen prüfen. 29 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie keinen oder nur einen begrenzten Überblick haben. Deutsche Unternehmen zeigen sich besser informiert: 73 Prozent geben an, gut über die Effizienz der HR-Verantwortlichen und der Mitarbeiter*innen informiert zu sein. In Österreich hingegen ist die Zahl der Unternehmen, die keine oder nur wenig Einblicke haben, mit 41 Prozent am höchsten.