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Cloud-Technologie – durch Corona liebgewonnen

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Cloud-Technologie – durch Corona liebgewonnen

Das Jahr 2017 wurde von vielen HR-Cloud-Anbietern als Rekordjahr gefeiert. Um durchschnittlich 20 Prozent war die Nachfrage nach Cloud-Lösungen im HR-Bereich von 2016 auf 2017 gestiegen, wie das Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte in seiner „HR-Software-Konjunkturbefragung“ feststellte. Vier Jahre später zeigt sich der Trend deutlich verstärkt: Rund vier von fünf Unternehmen setzen heute bereits auf die Stärken von Cloud-Lösungen. Verantwortlich zeichnet dafür neben dem allgemeinen Trend zur digitalen Transformation vor allem die COVID-19-Pandemie.

Beschleunigte Umsetzung von Cloud-Computing-Plänen während der Krise

Bähm! Was Anfang 2020 als kleines, schwelendes Lagerfeuer begann, entwickelte sich binnen kürzester Zeit zu einem ausgewachsenen Buschbrand: Die Coronapandemie zwang Unternehmen auf der ganzen Welt dazu, ihren betrieblichen Alltag auf den Kopf zu stellen. Plötzlich fanden sich weite Teile der Belegschaft im Homeoffice. Jetzt waren gute Ideen gefragt. Denn alleine mit klassischen On-Premise-Lösungen war das Tagesgeschäft vom Homeoffice aus schwer abzuwickeln.

Für viele Unternehmen war die Krise der Startschuss für ihren Einstieg in die Cloud-Transformation. Oder in die Weiterentwicklung der bereits genutzten Lösungen zu einer Multi-Cloud-Lösung. Der Cloud Monitor 2021, eine Umfrage von Bitkom Research, die unter 556 deutschen Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KMPG AG durchgeführt wurde, hat untersucht, wie sich die Nutzung von Cloud-Computing infolge der Coronapandemie entwickelt hat.

Schon der allgemeine Trend spricht Bände: Als die Studie 2012 zum ersten Mal durchgeführt wurde, nutzten nur 37 Prozent der Unternehmen Cloud-Computing-Technologien. Bis 2019 ist der Anteil sukzessive auf 76 Prozent angestiegen. Und von 2019 bis 2021 machte die Nutzung noch einmal einen gewaltigen Sprung: Vier von fünf Unternehmen (82 Prozent) nutzen mittlerweile Cloud-Computing. In fast zwei von drei Unternehmen kommen Private-Cloud-Lösungen zum Einsatz und beinahe jeder zweite Betrieb nutzt Public-Cloud-Computing.

Doch warum hat Cloud-Computing so großen Aufwind bekommen?

Schon vor der Pandemie wurden in vielen Betrieben Cloud-Tools genutzt, ohne großartig darüber nachzudenken oder eine konkrete Strategie zu verfolgen. Online-Speicherdienste wie Apple iCloud, Google Drive oder Microsoft OneDrive erleichtern den Austausch und die gemeinsame Arbeit an größeren Datenmengen. Online-Buchhaltungslösungen gewährleisten eine hohe Verfügbarkeit von aktuellem Zahlenmaterial. Zeiterfassungslösungen sind von überall aus erreichbar – auch für Mitarbeiter, die von unterwegs aus arbeiten.

Dass die Tools während der Coronapandemie an Bedeutung gewonnen haben, liegt in ihrer Natur begründet. Sie sind ortsunabhängig nutzbar. Der User benötigt lediglich einen beliebigen Computer (sogar das private Gerät ist ausreichend), einen Internetzugang und sein Passwort und schon kann er in seiner gewohnten Umgebung weiterarbeiten. Dies ermöglicht den beinahe nahtlosen Wechsel zwischen der Präsenz im Büro und der Arbeit im Homeoffice.

Als zu Beginn der COVID-19-Pandemie Millionen Menschen ohne großartige Vorlaufzeit ins Homeoffice wechselten, waren jene Unternehmen im Vorteil, die schon zuvor mit Cloud-Lösungen gearbeitet hatten. Die Mitarbeiter mussten lediglich die nötigsten Unterlagen zusammenpacken und konnten beinahe ohne Zeitverlust von zu Hause aus weiterarbeiten. Dieser Umstand war es, der bei vielen Unternehmen die letzten Bedenken verblassen ließ und die zielstrebigere Verfolgung der Einführung und Weiterentwicklung von Cloud-Lösungen in den Vordergrund rückte.

Warum Cloud-Lösungen einen großen Beitrag zur Digitalisierung leisten 

Der Bitkom-Studie zufolge sind fast neun von zehn Unternehmen überzeugt: Cloud-Computing leistet einen großen bis sehr großen Beitrag dazu, die Digitalisierung zu fördern und voranzutreiben. 2019 waren es nur drei von vier Unternehmen, die dem Trend große Bedeutung zuschrieben. Die Akzeptanz von Cloud-Lösungen steigt insbesondere auch angesichts der großen Vorteile:

  • Integration: Die Systeme lassen sich effizient und verglichen mit On-Premise-Lösungen einfach in die bestehende Softwarelandschaft integrieren.
  • Zugang: Die Softwareprodukte ermöglichen den einfachen sowie orts- und zeitunabhängigen Zugriff für jeden Berechtigten – die perfekte Basis für Homeoffice- und Telearbeitsplätze.
  • Entwicklung: Die konsequente Weiterentwicklung von Cloud-Lösungen ermöglicht Unternehmen stets die neueste Softwarelandschaft, auch im Hinblick auf KI und Automatisierung.
  • Kosten: Cloud-Software lässt sich mit nur wenigen Mausklicks an die Anforderungen des Unternehmens anpassen und bei einer Expansion skalieren.
  • Flexibilität: Durch die flexible Ausgestaltung von Cloud-Lösungen können Unternehmen agil auf Veränderungen reagieren. Die Krise hat gezeigt, wie sehr es auf schnelle Entscheidungen und flexibles Agieren ankommt.

Hier darf jedoch keine Augenwischerei betrieben werden: Der Einsatz einiger Cloud-Lösungen macht noch lange kein digitales Unternehmen. Mit ihnen können Betriebe die Weichen für die digitale Transformation stellen und die Basis für eine flexible Zusammenarbeit der im Büro Gebliebenen und der Mitarbeiter im Homeoffice schaffen. Und das spielt nicht nur während der Coronapandemie eine Rolle. Die Arbeitswelt verändert sich. Neue Arbeitsmodelle, flexible Arbeitszeiten und veränderte Prioritäten der Arbeitnehmer führen dazu, dass der Gestaltung einer digitalen Zusammenarbeit immer mehr Raum verliehen wird.

Jetzt kommt die Zeit der Cloud

Langfristig wird für die digitale Transformation mehr notwendig sein als einige bunt zusammengewürfelte Cloud-Computing-Lösungen. Schon heute verfolgen gerade große Unternehmen ein konkretes Ziel mit dem Einsatz von Cloud-Lösungen und ebnen damit den Weg für eine alle Ebenen durchdringende digitale Transformation.

Es gibt kaum noch Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern, die noch keine Cloud-Lösungen verwenden oder sich wenigstens mit entsprechenden Plänen beschäftigen. Die Frage, ob Cloud-Lösungen eingesetzt werden sollen, stellt sich heute für die meisten Betriebe nicht mehr. Jetzt geht es nur noch darum, wie diese gewinnbringend für das Unternehmen genutzt werden sollen. Zunehmend konzentrieren sie sich auf die Kombination mehreren Cloud-Lösungen zu einer Multi-Cloud, um Abhängigkeiten zu vermeiden, Ressourcen optimal zu nutzen und Kosten zu senken.

Bitkom spricht von den „goldenen 20er Jahren der Cloud-Transformation“. Die Cloud-Transformation ist auf dem Vormarsch. In den kommenden Jahren wird die Technologie alle Ebenen der Unternehmen durchdringen, ob HR, Self-Service, FuE oder Produktion. Abzuwarten bleibt nur, welche Strategien den größten Erfolg bringen werden.

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