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Weniger Überstunden dank flexibler Arbeitszeiten: 41% der Deutschen bestimmen selbst, wann sie ihre Arbeit erledigen

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Feste Rahmenbedingungen im Job führen zu mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Außerdem hilft eine genaue Zeiterfassung dabei, eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen. Zu diesen Ergebnissen kam der HR- und Payroll-Dienstleister SD Worx in seiner jüngsten Studie, die in Zusammenarbeit mit Protime entstanden ist, einem Anbieter von Personalmanagement-Technologien. Ziel der Studie war es herauszufinden, wie Angestellte ihre Arbeitsstunden strukturieren und handhaben. Befragt wurden dafür insgesamt 5.500 Arbeitnehmer*innen aus zehn europäischen Ländern.

  • Rund 60 Prozent der Deutschen finden durch eine bewusste Zeiterfassung zu einer besseren Work-Life-Balance.
  • Mehr Möglichkeiten zum flexiblen Arbeiten erhöhen die Arbeitgeberattraktivität im War for Talents.
  • Junge Arbeitnehmer*innen sind eher bereit, Überstunden zu machen.
    Worklife

    Den Ergebnissen zufolge arbeiten im Durchschnitt 53 Prozent der europäischen Büroangestellten nach einer flexiblen Arbeitszeiteinteilung. Deutsche Arbeitnehmer*innen verfügen im Vergleich über deutlich mehr Freiheiten bei der Gestaltung ihrer Arbeitsstunden: Knapp 59 Prozent der Beschäftigten gaben an, dass ihr Arbeitgeber ihnen eine flexible Gestaltung ihrer Arbeitszeit ermöglicht. 41 Prozent der Deutschen können frei darüber entscheiden, wann sie ihre Arbeit ausführen, während 37 Prozent selbst bestimmen dürfen, an welchem Ort sie ihre Aufgaben erledigen. Damit ist Deutschland ungefähr europäischer Durchschnitt, der bei beiden Punkten bei 39 Prozent liegt. Die Niederlande genießen europaweit am meisten Freiheit – 50 Prozent können über das Wo und 47 Prozent über das Wann bestimmen. Spanien bildet dagegen das Schlusslicht: Hier dürfen nur vier von zehn Arbeitnehmer*innen selbst bestimmen, wann sie arbeiten, weniger als die Hälfte haben Autonomie über ihren Arbeitsort.

      82% der Deutschen Mitarbeitenden halten Ihre Arbeitszeit fest

      Viele Arbeitnehmer*innen haben das durch die Pandemie erzwungene Homeoffice zu schätzen gelernt und wünschen sich auch zukünftig Freiheit bei der Organisation von Beruf- und Privatleben. Ermöglichen Arbeitgeber diese Flexibilität, profitieren sie nicht nur im War for Talent, sondern verbessern auch die Work-Life-Balance und damit die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Geben Unternehmen ihren Mitarbeitenden darüber hinaus ein Tool an die Hand, um Arbeitszeiten nachzuverfolgen, wirkt sich dies noch positiver aus. Das zeigen auch die Ergebnisse der Studie: 57 Prozent der deutschen Angestellten geben an, dass ihnen die Arbeitszeiterfassung bei der Verbesserung ihrer Work-Life-Balance hilft. Damit liegt Deutschland europaweit auf Platz drei, hinter den Niederlanden und Norwegen. Ganz vorne liegt Deutschland dagegen bei der tatsächlichen Nachverfolgung der Arbeitszeit: Ganze 82 Prozent geben an, dies regelmäßig zu tun. Bei Schlusslicht Frankreich sind es lediglich 43 Prozent.

      „Eine gesunde Work-Life-Balance ist sehr wichtig für die Motivation der Mitarbeitenden. Wir wissen heute besser denn je, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben automatisch zu mehr Produktivität führt und infolgedessen weniger Burnouts unter den Mitarbeitenden auslöst. Dies ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Mit Hilfe der richtigen, unterstützenden Technologie können wir das nachverfolgen“, erklärt Tanja Büchsenschütz, Director HR bei SD Worx. „Online-Zeiterfassungstools können beispielsweise Arbeitnehmer*innen darauf hinweisen, dass sie zu viele Stunden geleistet haben. Auf diese Weise kann vermieden werden, dass die festgelegten Arbeitsstunden überschritten werden. Eine solche App, die die Arbeitszeit auch mit der eigenen Produktivität verbindet, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Besonders Führungskräften fällt hier eine wichtige Rolle zu: Bei zu hoher Arbeitsbelastung können sie rechtzeitige Anpassungen in der Personalplanung vornehmen und ihren Angestellten dabei helfen, Burnouts zu verhindern“, ergänzt Büchsenschütz.

        Worklife

          Ein Viertel der Deutschen Arbeitnehmenden nutzt ihre Freizeit zum Arbeiten

          Doch die Einhaltung der feinen Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben ist angesichts des täglich wechselnden Arbeitsaufkommens nicht in allen Unternehmen leicht umsetzbar. Im europäischen Länderdurchschnitt liegt die Zahl der Angestellten, die weit über ihre vertraglich festgelegten Arbeitsstunden hinaus arbeiten, bei etwa 41 Prozent. Und auch hierzulande sind Überstunden am hauseigenen Schreibtisch oder im Büro nicht ungewöhnlich. Obwohl deutsche Angestellte zwar tendenziell eher dazu neigen, den Stift nach Feierabend liegen zu lassen, machen laut SD Worx-Studie rund die Hälfte der Befragten mit knapp 51 Prozent regelmäßig Überstunden. Etwa 31,4 Prozent der Befragten beantworten ihre E-Mails auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten, wohingegen weitere 25,7 Prozent ihre Freizeit nutzen, um beispielsweise in den Abendstunden oder am Wochenende weiterzuarbeiten. Dagegen gaben 34,8 Prozent der Deutschen an, dass sie in ihrer Freizeit auf keinen Fall arbeiten.

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              Eine weitere wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Mehrarbeit spielen allerdings auch demographische Faktoren. Die Studie zeigt, dass europaweit vor allem jüngere Arbeitnehmer*innen zwischen 25 und 29 Jahren regelmäßig länger arbeiten. Diese Bereitschaft nimmt jedoch mit dem Alter ab: Nur 42 Prozent der 50- bis 54-Jährigen sagten aus, auch nach Ende des Arbeitstages ihren beruflichen Aufgaben nachzugehen.

              „Aufgrund der Homeoffice-Pflicht der letzten beiden Jahre, haben sich viele Arbeitnehmer*innen mit der flexiblen Gestaltung ihrer Arbeitszeit angefreundet. Für sie ist diese Möglichkeit mittlerweile zu einem großen Vorteil geworden, da sie nun mehr Freiheiten in der Wahl ihrer Arbeitszeiten und des Standortes besitzen. Gleichzeitig verschmelzen damit jedoch auch die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Die Studie zeigt daher ganz klar, dass eine bewusste und regelmäßige Zeiterfassung dazu beiträgt, eine gesunde Work-Life-Balance zu gewährleisten”, resümiert Tanja Büchsenschütz.

                Über die Umfrage

                Im Rahmen des War for Talents führte iVox im Auftrag von SD Worx und Protime eine Umfrage zum Zeitmanagement europäischer Arbeitnehmer*innen durch. Die Umfrage konzentriert sich auf die Attraktivität von Arbeitgebern im „War for Talents“ und untersucht, was Arbeitnehmer*innen bei einem Arbeitgeber suchen und worauf Arbeitgeber achten können, um sich als solcher aufzustellen. Die Untersuchung deckte sieben Aspekte ab, an denen Arbeitgeber künftig arbeiten sollten: Wohlbefinden und personenzentrierte Personalarbeit, flexible Arbeitsorganisation, motivierende Vergütungspolitik, inspirierende und befähigende Kultur, digitaler Arbeitsplatz, Talentmanagement für nachhaltige Karrieren und Personalbeschaffung.

                Die Umfrage wurde im Februar und März 2022 in Belgien, Deutschland, Frankreich, Finnland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich durchgeführt. Insgesamt wurden 10.119 Arbeitnehmer*innen befragt (etwa 1.000 pro Land), davon 5.495 Angestellte. Die Stichprobe ist repräsentativ für die jeweiligen lokalen Arbeitsmärkte und hat eine ähnliche Zusammensetzung in Bezug auf Geschlecht, Alter und Qualifikation wie die aktive Erwerbsbevölkerung in den betreffenden Ländern.