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So können KMUs die steigenden Kosten umgehen

-Lesezeit: 5 Minuten
KMU Steigende Kosten senken

Die Kosten steigen schier ins Unermessliche. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Viele kleine und mittlere Unternehmen ächzen unter der Last der in vielen Bereichen überdurchschnittlichen Kostensteigerungen. Ein Ausweg: Unternehmen effizienter aufzustellen.

Ursachen der immensen Kostensteigerungen

Im Oktober 2022 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 10,4 Prozent. Hört sich heftig an. Ist es auch. 2020, als die Corona-Pandemie begann, war die Inflationsrate sogar zeitweise negativ – zurückzuführen auf die temporäre Mehrwertsteuersenkung.

2021 wuchs sie sukzessive an: zunächst bedingt durch die Aufhebung der Mehrwertsteuersenkung, später durch Preissteigerungen infolge von Versorgungsengpässen, etwa bei der Beschaffung von Energieprodukten. Im Oktober 2021 lag die Inflation bei rund 4,5 Prozent.

Eine sprunghafte Entwicklung zeigte sich im März 2022 – eine direkte Reaktion auf den Beginn des russisch-ukrainischen Kriegs. Der Konflikt hat einerseits zu einer starken Steigerung der Lebensmittelpreise geführt – die Ukraine ist für Deutschland ein wichtiger Handelspartner.

Anstieg der Inflationsrate

Andererseits haben die Sanktionen der EU im Hinblick auf Russland und die Situation in der Ukraine zu einer stockenden Versorgung des Landes mit Energie geführt.

Es geht längst nicht nur um das in der Industrie wichtige Erdgas, sondern auch um Strom und andere Heizmittel. So berichtet das Statistische Bundesamt, dass Brennholz und Holzpellets im August 2022 um 85,7 Prozent teurer waren als im August 2021.

Zusätzlich befeuert wird die Entwicklung durch die branchenübergreifend bestehenden Lieferengpässe zum Beispiel bei Mikrochips, was die Auslieferung eigentlich vorhandener Produkte verzögert oder verhindert. Und, je nach Branche, ebenfalls die deutlich gestiegenen Personalkosten. Etwa im Niedriglohnsektor, wo der Mindestlohn innerhalb eines Jahres um rund 25 Prozent gestiegen ist.

Nutzung von Preisgleitklauseln

Vertrag ist Vertrag. Das müssen in diesen Tagen viele Unternehmer*innen auf die harte Tour lernen. Etwa wenn sie vor der sprunghaften Entwicklung der Inflation Verträge abgeschlossen haben, die sie nun nur noch mit Verlust abwickeln können, weil die Einkaufskosten sprunghaft angestiegen sind.

Eine wichtige Maßnahme für Unternehmen ist die Nutzung sogenannter Preisgleitklauseln. Diese können – eine rechtssichere Formulierung vorausgesetzt – eine Hintertür offenhalten. Erhöhen sich die Einkaufspreise für die Materialien nach dem Abschluss eines Vertrags, können Unternehmer*innen die gestiegenen Kosten an den Vertragspartner weitergeben.

Umlegung auf Verbraucher*innen

Im Umgang mit Verbraucher*innen ist es allerdings eine Herausforderung, solche Klauseln rechtswirksam zu vereinbaren. Entscheidend sind vor allem diese Faktoren:

  • Der Vertragspartner muss klar nachvollziehen können, welche Grundlage für die Einstufung der Ausgangspreise herangezogen wird.
  • Damit die Preisgleitklausel gegebenenfalls einer gerichtlichen Überprüfung standhält, muss die Klausel auch für Laien verständlich sein (Stichwort: AGB-Klauseln).
  • Das Unternehmen muss in der Lage sein, die Preisänderung nachzuweisen.

Steigende Kosten – interne Kosten senken

Unabhängig von der rechtlichen Absicherung sind Unternehmen jetzt auch im Hinblick auf ihre eigenen Kosten gefragt. Denn während sie ihre Einkaufspreise nur indirekt und höchstens durch härtere Verhandlungen beeinflussen können, sind KMU durchaus Herr über die intern verursachten Kosten.

Um die Kosten im Unternehmen zu senken, müssen sie nicht gleich Personal ausstellen oder die Produktion nach Fernost verlagern (auch wenn es natürlich nicht schaden kann, seine Fühler in alle Richtungen auszustrecken).

Prozesse effizienter gestalten

Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen gibt es nach wie vor ein enormes ungenutztes Potenzial: die Effizienz der Prozesse.

Wo zeitraubende Routineaufgaben an der Tagesordnung sind, zu viel Zeit für die Suche nach Informationen verloren geht oder doppelte Datensätze gepflegt werden, entstehen unnötige Kosten. Stunde um Stunde, Tag für Tag, Monat für Monat. Dies kann sich selbst in kleinen Unternehmen zu enormen Beträgen auftürmen, die – einmal eingespart – die Rentabilität des Unternehmens in Krisenzeiten schnell wieder in den grünen Bereich bewegen können.

Zum zweiten Teil: So kann die Digitalisierung KMUs helfen.

    DurchChristoph Mers-Online Content Manager