Ein Fazit aus dem Home-Office – drei Monate neigen sich dem Ende zu

1 Juli 2020 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 6 Minuten

Zeitwirtschaft

Vor der Quarantäne betrachtete ich das Home-Office eher als eine angenehme Option, welche einige Kollegen, ebenso wie ich selbst, von Zeit zu Zeit nutzen. Wir empfanden es als großes Privileg, gelegentlich von Zuhause aus arbeiten zu dürfen und das war okay. Ziemlich normal sogar, da wir keine anderen Vergleichspunkte hatten. Es gab das Büro, die Geschäftsreisen und die seltene Heimarbeit aus. Heute allerdings, nach mehr als drei Monaten kontinuierlicher Arbeit von Zuhause aus, konnte ich neue Schlussfolgerungen ziehen. Als Mitarbeiter unseres Unternehmens, stellte ich fest, dass eine neue Vision der Arbeit im Home-Office an Tragweite gewinnt. Nach der Rückkehr in den Büroalltag werden die Vor- und Nachteile des Home-Office und Selbstmanagement für mich nun besonders deutlich.

Unbestreitbare Vorteile

  • Eine Verringerung der Fahrzeugkosten für das Unternehmen und geringere tägliche Zeitaufwand für die Mitarbeiter
  • Einen stärkeren Fokus auf die wichtigen Aufgaben und Produktivität, durch fehlende Ablenkung äußere Einflüsse
  • Eine bessere Organisation von Privat- und Berufsleben, aufgrund neuer Zeiteinteilung und des Selbstmanagements
  • Eine Reduktion der Mietkosten, da die Bürofläche langfristig reduziert werden kann
  • Größere Attraktivität als Arbeitgeber, durch alternative Arbeitszeitmodelle und einem erweiterten Einzugsbereich für Arbeitsplätze im Recruiting, ermöglicht durch das Home-Office

Nachteile, welche es zu vermeiden gilt

  • Höhere mentale Belastung, nicht jedem Mitarbeiter, bzw. Charakter, ist eine Umstellung ins permanente Home-Office zu empfehlen. Das Alleinsein kann zur mentalen Dauerbelastung werden
  • Ununterbrochene Arbeit, weder Kollegen noch der Tagesablauf im Büro erinnern einem daran, Pausen einzulegen. Es wird schwieriger, Ruhephasen im Job einzurichten.
  • Die Unternehmenskultur auf dem Prüfstand, ob die Unternehmenskultur der Arbeitnehmer wirklich gut ist, erfährt man erst im Nachhinein. Präsentismus, Kontrollversuche des Chefs und Auseinandersetzungen lassen sich auch in den digitalen Raum übertragen und konnten dort nicht von dem Kollegen im sozialen Miteinander abgefangen werden.
  • Zu viel Engagement ist ein Gesundheitsrisiko, dass sich die Mitarbeiter zu stark engagieren und sie die Arbeit vor ihr Privatleben stellen, ist nicht ausgeschlossen.

Entwicklung und Anpassung

Das ist die neue Realität, mit der wir zurechtkommen sollten. Einmal ausgemacht, sind die Risiken leichter zu minieren. Ein Zeitmanagement-Tool ist dabei ein guter Lösungsansatz, um die Nachteile zu beseitigen. Mehr denn je geht es heute beim Zeitmanagement nicht mehr um Kontrolle, sondern um Nachverfolgung. Ein subtiler Unterschied, könnte man sagen, aber ein wichtiger. Darüber hinaus nimmt die Zeit außerhalb der Arbeit, in einer Welt, die gar nicht so weit weg vom Geschäftsleben ist, ebenfalls eine strategische Rolle ein: im Sport. Es ist kein Zufall, dass Smart Watches in den letzten Jahren zu einem Riesenerfolg in der breiten Öffentlichkeit geworden sind: Schritte zählen, Herzfrequenz checken oder auch Geschwindigkeit messen: Es gibt viele Möglichkeiten, die Zeit zu nutzen, um sicher Sport zu treiben und dabei vorwärtszukommen.

Ob im Zuhause, unterwegs oder im Büro – ein gutes Zeitmanagement Tool das alle Bereiche verwalten können.

 

Merkmale der Zeiterfassung, die langfristig dabei helfen:

  • Verbesserung der Gleitzeit: Sie lässt sich optimieren, wenn die Möglichkeit besteht, anzugeben, wann man anfängt, unterbricht und wieder fortfährt. Das Ziel besteht dabei nicht in der Kontrolle, sondern im Schutz der Mitarbeiter, indem man prüft, ob sie nicht zu viele Mehrarbeit ansammeln. Für den Manager, und Kollegen, ist es eine Möglichkeit, sich zu vergewissern, dass in seinem Team alles gut läuft, dass es nicht überlastet ist und kurz vor einem Kollaps steht.
  • Pflege sozialer Kontakte: Werkzeuge für das Zeitmanagement werden auch zu einem Mittel, Teams zu vereinen, zum Beispiel durch Planen von persönlichen Treffen abhängig von der Verfügbarkeit aller. Sie sind auch ideal, um zu prüfen, ob das Gleichgewicht zwischen der Arbeit im Büro und im Home-Office stimmt und kein Mitarbeiter isoliert wird.
  • Unternehmenskultur stärken: Damit sie stark bleibt, müssen wir sie weiter lebendig halten. Und hierzu müssen alle die Mission und Vision des Unternehmens kennen. Auch im Home-Office müssen wir wissen, warum und für welches Ziel sich jeder Mitarbeiter täglich ins Zeug legt. Vorrangig sollte sich die Unternehmenskultur auf ein gegenseitiges Verständnis konzentrieren. Manche Kollegen stecken mit den Kindern im Home-Office, andere sind wiederum komplett allein. Ein neues Verständnis für unsere Situation und die unserer Kollegen ist essenziell, um diese Veränderungen auf der menschlichen Zwischenebene gemeinsam erfolgreich zu meistern.

Meine neue Version

Als Mitarbeiterin bemerke ich auch eine echte Veränderung der Einstellung zur Arbeit im Home-Office. Als ich im letzten März begann, auf diese neue Weise zu arbeiten, sah ich mich mit einer ganzen Menge an Vorurteilen aus meinem Umfeld konfrontiert. „Home-Office, das ist wie Urlaub“, „Du wirst dich ausruhen können, während der Arbeitszeit“, es ist doch eine schöne Überraschung festzustellen, dass sich jetzt die Sichtweise geändert hat. Die hundertprozentige Arbeit im Home-Office, die wir absolviert haben, ist nicht einfach, vor allem nicht mit Kindern im Haus. Man muss in der Lage sein, Privat- und Berufsleben zu verbinden, und das ist kompliziert, wenn sich alles vermischt. Heute wird das verstanden und akzeptiert. Deutschland hat sein Verständnis vom Home-Office geändert. Remote Working, Homeoffice, das Arbeiten von Zuhause aus, wie auch immer man es nennen mag, es funktioniert und wird auch zukünftig weiter durchsetzen

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