HR Analytics - Das Gold von morgen

13 März 2019 - Das Lesen dieses Beitrages dauert 5 Minuten

HR allgemein

In den HR-Abteilungen laufen immense Mengen an Big Data und personenbezogenen Daten zusammen. Das ist wenig überraschend, denn natürlich hat HR im Kern mit den Menschen im Betrieb zu tun. Aufhorchen lässt eher, wie unzureichend diese Informationen oftmals genutzt werden. Dabei gibt es insbesondere zwei starke Argumente für eine intelligente Auswertung von People Analytics und Workforce Analytics. Diese liefern wichtige Erkenntnisse für die Entscheidungsträger aus dem HR-Management mit Auswirkungen auf die Performance des gesamten Unternehmens – und sie bringt Human Resources mit Blick auf die Gesamtstrategie in den Fokus.

Doch um welche Daten geht es bei Analytics und welche Aussagen lassen sich aus der Verarbeitung derselben ableiten? Es geht im Groben um die Kombination von Daten über Beschäftigte in den Bereichen Qualifikation und Potenziale, Entgelt inklusive Zusatzleistungen, Zeitkonto, Arbeitsweg, Fehlzeiten oder Kündigungen. Verbindet man diese Daten klug miteinander, wird häufig schnell deutlich, dass beispielsweise Mitarbeiter mit ungünstigen Arbeitszeiten oder weiter Entfernung vom Arbeitsplatz häufiger krank werden oder Beschäftigte ohne bestimmte Zusatzleistungen eher zur Kündigung neigen. Weiterhin kann festgestellt werden, dass manche dringend auf dem Arbeitsmarkt gesuchte Fachkraft mit bestimmten Kompetenzen schon längst im Unternehmen arbeitet, allerdings in einer anderen Position.

ei richtiger Verwendung können diese Daten sowohl die Ursachen schädlicher Fehlentwicklungen identifizieren als auch unentdeckte Fertigkeiten und Potenziale in der Belegschaft erkennen – und nebenbei die Bedeutung von HR im Unternehmen festigen. Trotzdem nutzen noch immer zahlreiche Unternehmen diese Möglichkeiten nicht oder nur unzureichend. Dies sollte sich zum Vorteil aller Beteiligten dringend ändern, wie auch eine aktuelle Studie von Fosway zeigt.

Die Untersuchung offenbart, dass 90 Prozent der Befragten im HR-Bereich an den Erfolg kluger Datennutzung glauben – in der Praxis aber häufig mangels entsprechender fachlicher Ressourcen und fehlender Tools an der Umsetzung scheitern. Im Klartext: Die Erkenntnis ist da, fähiges Human Capital ist hingegen Mangelware. Produktivität, Fluktuation, IT, Recruiting und Talentbindung waren noch nie so wichtig wie heute – und die Personalabteilung besitzt mit seinen Datenmengen einen wichtigen Schlüssel zum Erfolg. Dieser gehört allerdings ins Schloss und die Tür muss aufgeschlossen werden. Hierzu bedarf es kompetenter HR-Analytics-Experten, HR-Reporting und auch der technische Fortschritt sollte dafür sorgen, dass vorhandene Daten einfacher und effektiver analysiert werden können.

Der Blick auf HR wird sich nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieser rasanten Entwicklung in Sachen HR Analytics gewaltig ändern, die Bedeutung des Personal-Managements im Unternehmen wird steigen. Geschäftsführer und Abteilungsleiter werden sich zunehmend auf Daten und Analysen verlassen, die von HR-Teams zur Verfügung gestellt werden, um zu erfahren, wie sie Mitarbeiter gewinnen, strukturieren und binden können.

Human Resources steht somit am Beginn einer neuen Epoche. Das Gold ist in den Personalwesen gespeichert. Es muss nur poliert und sichtbar gemacht werden.

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