1. Home>
  2. Blog>
  3. Digitalisierung>

Digitalisierungsindex 2021: Es geht weiter aufwärts

-Lesezeit: 6 Minuten
Digitalisierungsindex 2021

Die Ergebnisse des Digitalisierungsindex 2021 sind da. Ein Blick auf die ersten Zahlen zeigt: der digitale Wandel in Deutschland schreitet kontinuierlich voran. Besonders die Corona-Krise sorgte für einen zusätzlichen Schub.

Digitalisierungsindex 2021: digitaler Status Quo

Der Digitalisierungsindex zeichnet jedes Jahr ein Abbild des digitalen Status Quo der deutschen Wirtschaft. Ermittelt wird der Index nach den folgenden Segmenten:

  • Nach Branche
  • Nach Bundesland
  • Nach Unternehmensgröße

Deutschlandweit gesehen, erreicht der Digitalisierungsindex 2021 einen Score von 108 Punkten. Im vergangenen Jahr rangierte der Wert noch bei 100 Punkten. Eine Verbesserung um mehr als 7 Prozent.

Rahmenbedingungen verbessern sich

Sowohl die unternehmensinternen wie unternehmensexternen Kategorien verzeichneten ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Dabei waren die externen Bereiche mit einem Anstieg von 10 Punkten der stärkere Treiber. Die internen Kategorien steigerten sich im Durchschnitt um 5 Punkte.

Die stärkte Kraft war mit den „Prozessen“ allerdings eine unternehmensinterne Kategorie. Diese sicherten sich den Spitzenplatz mit 121,1 Punkten. Gefolgt von „Humankapital“ und „Technischer Infrastruktur“ mit jeweils 116,9 und 116,4 Punkten.

Ursächlich für den Anstieg bei „Humankapital“ ist ein Schrumpfen der Fachkräftelücke in Digitalisierungsberufen. Stetiger Ausbau und bessere Breitband-Verfügbarkeit für Gewerbe und Privathaushalte sind Treiber bei „Technischer Infrastruktur“.

Nachholbedarf gibt es in der Kategorie „Qualifizierung“. Grund für den Rückgang gegenüber 2020 ist ein Mangel an Weiterbildungsmöglichkeiten. Doch wie sieht es in den einzelnen Branchen aus?

IKT ganz vorne

Unangefochtener Spitzenreiter bleibt die Informations- und Kommunikationsbranche (IKT). Die IKT rangiert mit 273,5 Punkten auf Platz 1. Und damit knapp 86 Indexpunkte vor dem Zweitplatzierten, dem Fahrzeugbau. Komplettiert wird das Treppchen von der Branche Elektrotechnik und Maschinenbau mit 143,3 Punkten.

Abgeschlagen auf dem letzten Platz rangiert die Branche „Sonstiges Produzierendes Gewerbe“ mit bloß 56 Punkten. Gefolgt von dem „Sonstigen Verarbeitenden Gewerbe“ sowie „Handel“ und „Verkehr & Logistik“.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass eine Digitalisierung nur langsam vorankommt. Allerdings nähern sich die einzelnen Branchen aus verschiedenen Gründen der digitalen Transformationen. Dabei spielen Faktoren wie Kostendruck, Personalmangel oder Nachfragerückgänge eine besondere Rolle.

Digitalisierungsindex 2021 nach Betriebsgröße

Einen spannenden Einblick liefert der Index ebenfalls hinsichtlich der Unternehmensgröße. Zwei Größen nehmen zu und eine nimmt ab. Doch letztendlich sind die Unterschiede enorm.

Im Bereich „1 bis 49 Beschäftigte“ stieg der Index von 89,2 auf 93,9 Punkte. Gleiches gilt für den Bereich mit „250 bis mehr Beschäftigte“. Dieser wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Punkte auf 205,2. Nur bei „50 bis 249 Beschäftigte“ sank der Wert von 125,9 auf 119,4.

Das Bild ist trotz der Zuwächse und Rückgänge relativ eindeutig. Große Unternehmen sind deutlich stärker digitalisiert. Ursächlich hierfür ist eine Verbesserung im Bereich „Prozess“ sowie die überdurchschnittliche Performance bei unter anderem „Qualifizierung“ sowie „Innovationslandschaft“. Nur bei den „Produkten“ laufen die kleinen Unternehmen den Großen den Rang ab.

KMUs mit Nachholbedarf

Mittlere Unternehmen rangieren zumeist zwischen den kleinen und großen Betrieben. Bloß bei „Produkte“ und „Forschungs- und Innovationsaktivitäten“ sind mittlere Organisationen auf dem letzten Platz.

Der Digitalisierungsindex 2021 zeigt, dass vor allem KMUs Nachholbedarf in der digitalen Transformation haben.

Digitaler Wandel in den Bundesländern

Die Bundesländer wurden in folgende geografische Bereiche zusammengefasst:

  • Nord: Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
  • Süd: Bayern, Baden-Württemberg
  • West: Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
  • Ost: Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Die Gruppe Süd verzeichnete den stärkten Sprung und sicherte sich mit 129,1 Indexpunkten den ersten Platz. Gefolgt von Nord mit 112,7 Punkten und West mit 108 Punkten. Schlusslicht bildet Ost mit 97,8 Punkten. Allerdings bleiben alle drei Gruppen – Nord, West, Ost – unter dem Vorjahresdurchschnitt von 113 Punkten.

Der Digitalisierungsindex 2021 zeigt, dass der digitale Wandel in Deutschland weiter voranschreitet. Besondern die Rahmenbedingungen mit den unternehmensexternen Kategorien haben sich deutlich verbessert. Zunehmen konnten ebenfalls die unternehmensinternen Bereiche. Nachholbedarf gibt es allerdings weiter in den östlichen Bundesländern sowie auf dem ländlichen Raum.

Die vollständige Studie ist hier erhältlich.

    Digital durchstarten

    Digitalisierung und KMU passen nicht zusammen? Doch, sagen wir. Mit dem richtigen Partner. Wir unterstützen KMUs bei der digitalen Transformation.

    Digitalisierung KMU
    SD Worx logo

    Verwandte Beiträge

    future
    Blog

    HR-Zukunftsprognose – 2021 ist das Jahr der Überarbeitung

    2020 ist ein Jahr für die Geschichtsbücher. Kaum ein Jahr der letzten zehn Jahre hatte so viele neue Herausforderungen parat wie der vergangene Abschnitt. Das bekam besonders die Personalabteilung zu spüren. Probleme in der Personaleinsatzplanung, neue gesetzliche Richtlinien in der Entgeltabrechnung und das Kurzarbeitergeld (KUG) waren nur ein paar der neuen Herausforderungen. Seit Beginn der Pandemie ist nun einige Zeit vergangen. Reflektiert man die Situation aus der Perspektive der Gegenwart, stellt man schnell fest, dass das letzte Jahr einige überfällige Themen förmlich in den Vordergrund katapultiert hat.

    2021-01-14
    Digital Dilemma_ Why Payroll Companies Need to Embrace Digital
    Blog

    Digitalisierung – die Chancen dahinter, waren noch nie so deutlich, wie in der Corona-Krise

    Die Digitalisierung zieht sich in deutschen Unternehmen hin. Die Kritiker warnen vor Kontrollverlust, einer zusätzlichen Schwachstelle in der Geschäftskontinuität und der Betriebsrat hat Angst vor einem gläsernen Mitarbeiter. Die Ablehnung der Digitalisierung hielt sich in manchen Branchen hartnäckig. Eine Veränderung braucht schließlich Zeit, richtig? Die Corona-Krise beweist gerade das Gegenteil. Im Eiltempo wird nun digitalisiert, an Orten an denen die Digitalisierung vorher nur auf Ablehnung stoß. Die Unternehmen, vor allem im Mittelstand, erkennt man langsam, dass die Digitalisierung mit einem Arbeiten möchte, nicht gegen einen. Ein gutes Zeichen, denn der Trend der letzten Jahre beweist, die Digitalisierung unserer Arbeitswelt ist kein temporärer Trend. Die Unternehmen mit einer fortschreitenden Weiterentwicklung der digitalen Tools führen die Spitzen des Wettbewerbs und der Wirtschaft an. Ob im Recruiting als attraktiver Arbeitgeber oder bei der Customer Experience. Beginnen sollten man die Digitalisierung am Kern, bei der Administration.

    2020-04-03
    AI
    Blog

    Mensch und Maschine: Die Zukunft der Arbeit ist kreativ

    Roboter, künstliche Intelligenz und Automatisierung sind nichts Neues und die damit einhergehenden technischen Fortschritte haben das Leben von Menschen weltweit in vielerlei Hinsicht verbessert. Die neuen Technologien wirken sich auf alle Lebensbereiche aus und werden vor allem Einfluss auf unsere Jobs nehmen. In diesem Zusammenhang gewinnen kreative Fähigkeiten immens an Bedeutung. Der Arbeitsraumexperte Steelcase forscht zum Thema „Kreativität“ und zeigt, wie kreativ es in Büros heute zugeht. Am Ende geht es nicht mehr um Mensch versus Maschine, sondern um Mensch und Maschine.

    2019-01-24