Mehr Frauen in Leitungsorganen: Was die EU-Richtlinie ab 30. Juni von Unternehmen verlangt
42 Prozent der Organisationen in Europa berichten von unausgewogener Besetzung in Führungsteams
16. Juni 2026

Die EU-Richtlinie für ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis in Leitungsorganen tritt am 30. Juni in Kraft. Die Richtlinie führt verbindliche Anforderungen zur Verbesserung der Vertretung von Frauen und Männern in der Unternehmensführung ein. Eine Studie des führenden europäischen Anbieters von HR- und Payroll-Lösungen SD Worx, basierend auf Befragungen von 5.936 HR-Managern und 16.500 Mitarbeitenden in sechzehn europäischen Ländern, zeigt, dass 42 Prozent der europäischen Organisationen ein Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen einräumen.
Die Richtlinie, auch bekannt als „Women on Boards"-Richtlinie, zielt darauf ab, die strukturelle Unterrepräsentation von Frauen in obersten Entscheidungspositionen zu beheben. Sie gilt für börsennotierte Unternehmen in der EU mit mehr als 250 Mitarbeitenden und entweder über 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder mehr als 43 Millionen Euro Bilanzsumme.
Bis zum 30. Juni 2026 müssen betroffene Organisationen sicherstellen, dass mindestens 40 Prozent der nicht geschäftsführenden Aufsichtsratsmitglieder oder 33 Prozent aller Mitglieder in Leitungsorganen vom vom jeweils weniger vertretenen Geschlecht besetzt sind. Gleichzeitig zeigen die Daten von SD Worx: 42 Prozent der europäischen Organisationen sehen aktuell noch ein Ungleichgewicht in Führungspositionen – bei Unternehmen mit 250 bis 2.499 Mitarbeitenden sind es 46 Prozent.
Die EU-Mitgliedstaaten waren verpflichtet, die Richtlinie bis zum 28. Dezember 2024 in nationales Recht umzusetzen. Die Umsetzung hat nun begonnen. Organisationen sollten daher jetzt prüfen, ob sie in den Anwendungsbereich fallen und ob ihre aktuelle Zusammensetzung der Leitungsorgane sowie ihre Nachfolgeplanung den neuen Anforderungen entsprechen. Zudem müssen wirksame Sanktionen bei Nichteinhaltung vorsehen.
Die Richtlinie hat über die reinen Zahlenziele hinaus direkte Auswirkungen auf Nominierungs-, Rekrutierungs- und Governance-Prozesse. Unternehmen müssen transparente, geschlechtsneutrale Auswahlkriterien anwenden und dem jeweils weniger vertretenen Geschlecht bei gleicher Qualifikation den Vorzug geben. Außerdem müssen sie über die Zusammensetzung ihrer Leitungsorgane sowie die erzielten Fortschritte berichten.
Für Arbeitgeber sollten die Richtlinie nicht nur als Mittel zur Zielerreichung betrachten, sondern als Chance darum, eine stärkere und transparentere Talentpipeline aufzubauen. Der erste Schritt besteht darin, die aktuelle Verteilung zwischen Frauen und Männern in den Leitungsorganen und Führungsteams zu analysieren. Anschließend sollte die Nachfolgeplanung überprüft werden, um sicherzustellen, dass Beförderungs- und Rekrutierungsprozesse klar, einheitlich und geschlechtsneutral sind. Durch diese Maßnahmen bereiten sich Unternehmen nicht nur auf die Einhaltung der Vorschriften vor, sondern stärken auch ihre Fähigkeit, Talente in einem wettbewerbsintensiven Arbeitsmarkt zu gewinnen und zu halten.
Über die europäische Umfrage HR and Payroll Pulse
SD Worx, führender europäischer Anbieter von HR- und Payroll-Lösungen, unterstützt sowohl kleine, mittlere als auch große Organisationen bei der Bewältigung ihrer HR- und Payroll-Herausforderungen. Um den Kontakt zu Arbeitgebern und Mitarbeitenden zu halten, führt SD Worx regelmäßig umfassende Umfragen in ganz Europa durch. Die Analyse der aktuellen „HR & Payroll Pulse"-Umfrage bietet Organisationen wertvolle Einblicke zur Weiterentwicklung ihrer HR- und Payroll-Strategien und zu deren Zukunftssicherheit.
Die Umfrage wurde zwischen dem 27. Januar und dem 20. Februar 2026 in 16 europäischen Ländern (Belgien, Kroatien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Norwegen, Polen, Rumänien, Serbien, Slowenien, Spanien, Schweden, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich) vom SD Worx Research Institute durchgeführt. Insgesamt wurden 5.936 HR-Entscheidungsträger und 16.500 Mitarbeitende befragt. Die Ergebnisse liefern ein repräsentatives Bild des Arbeitsmarkts in jedem Land.
Über SD Worx
SD Worx ist überzeugt, dass Erfolg bei Menschen beginnt. Erfolgreiche Mitarbeitende sind nicht nur fundamental für ein erfolgreiches Unternehmen, sondern auch für eine starke Gesellschaft. Gemeinsam mit seinen Kunden gestaltet SD Worx erfolgreiches HR-Management, von dem Arbeit, Leben und Gesellschaft profitieren.
Als führender europäischer Partner für HR- und Payroll-Lösungen bietet SD Worx Software, Services und Expertise in den Bereichen Payroll & Reward, Human Capital Management und Workforce Management. SD Worx ist tief in Europa verwurzelt und prägt seit acht Jahrzehnten gemeinsam mit seinen Kunden – großen und kleinen Arbeitgebern – die Arbeitswelt, um Mitarbeiterengagement zu fördern, das den Erfolg im Kern ihrer Unternehmen vorantreibt.
Rund 105.000 kleine, mittlere und große Unternehmen in Europa vertrauen auf die Expertise von SD Worx. SD Worx berechnet die Gehälter von ca. 6. Millionen Mitarbeiter:innen und gehört zu den fünf führenden Anbietern weltweit. 2025 hat SD Worx einen konsolidierten Umsatz von 1,307 Milliarden Euro erwirtschaftet.
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