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HR-Zukunftsprognose – 2021 ist das Jahr der Überarbeitung

-Lesezeit: 5 Minuten
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2020 ist ein Jahr für die Geschichtsbücher. Kaum ein Jahr der letzten zehn Jahre hatte so viele neue Herausforderungen parat wie der vergangene Abschnitt. Das bekam besonders die Personalabteilung zu spüren. Probleme in der Personaleinsatzplanung, neue gesetzliche Richtlinien in der Entgeltabrechnung und das Kurzarbeitergeld (KUG) waren nur ein paar der neuen Herausforderungen. Seit Beginn der Pandemie ist nun einige Zeit vergangen. Reflektiert man die Situation aus der Perspektive der Gegenwart, stellt man schnell fest, dass das letzte Jahr einige überfällige Themen förmlich in den Vordergrund katapultiert hat.

Seit Jahren ist die Digitalisierung ein Thema. Ob HR-Automatisierung, eLearning oder Remote Working – die Digitalisierung kämpft seit Jahren für mehr Akzeptanz. Im Vergleich zu anderen Ländern, wie beispielsweise Südkorea, tut sich Deutschland mit der Einführung von digitalen Lösungen und dem dazu gehörigen Datenschutz besonders schwer. Die Digitalisierung galt erst als kostspielig, dann als zu arbeitsaufwendig und schlussendlich als zu kompliziert. Das hat sich bis heute auch nicht geändert. 34 Prozent des Mittelstandes haben laut BMWI noch keine Digitalkompetenz – geschweige einen Digitalisierungsplan.

Ein fataler Fehler, denn das Jahr machte 2020 besonders bemerkbar, dass die Digitalisierung kein Nice-to-have-Tool ist, sondern buchstäblich darüber mitentscheidet, wer die nächste Krise übersteht.

    Die Digitalisierung geht nicht „vorbei“, sie ist nicht irgendein technologischer Trend. Vorbeigehen wird höchstens der Gedanke daran, dass sie vorbeigeht. – Michael Pachmajer

      Es ist noch nicht zu spät

      Die Corona-Pandemie hat offengelegt, wer die wahren Gewinner und Verlierer der Krise sind. Die Branchen, die die Digitalisierung für sich nutzen und vorgesorgt haben, überwinden die aktuellen Hürden der Pandemie wesentlich besser als Unternehmen, welche sich kaum bis gar nicht digital aufgestellt haben. Natürlich – die Tourismus- und Reisebranche ist auch durch ein Digitalisierungskonzept nicht vollständig zu retten. Dennoch sind die Gewinner unter dem Verlieren all jene Betriebe, Unternehmen und Gaststätten, welche die Digitalisierung zu einem Teil ihres Geschäftsmodells gemacht haben.

      Kleine Boutiquen können trotz geschlossener Läden den Online-Handel als Rückfallnetz nutzen. Das örtliche Lokal beliefert seine Stammkundschaft nun durch einen App-Lieferservice.
      Wer zuvor nicht von den Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung überzeugt war, der sollte im neuen Jahr einen genaueren Blick darauf werfen. Denn wie sich im letzten Jahr herausgestellte, ist die Digitalisierung eine treibende Kraft und bestens zur Krisenbewältigung geeignet.
      Die Nachzügler werden das neue Jahr für sich nutzen müssen. Die Corona-Pandemie wird trotz Impfstoffes und verbesserter Maßnahmen weiterhin ein Problem bleiben. Ferner wird eine dritte Welle des COVID-19-Virus bereits befürchtet. In Vorbereitung auf die nächste Phase der Pandemie unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verstärkt die Digitalisierungsvorhaben des Mittelstandes mit einem neuen Förderprogramm.

      Das Ziel: Die Digitalisierung noch weiter voranzutreiben, um weitere Schäden zu vermeiden.

      Im Vordergrund wird die Basis des Personalmanagements und Kapazitäten der Mitarbeiter stehen. Ob Infrastruktur-Ausbau, Entgeltabrechnung, digitale Arbeitszeiterfassung oder Workload-Monitoring für die Sicherstellung eines fortlaufenden Betriebes wird die Digitalisierung der grundlegenden Basisaufgaben des Personalmanagements notwendig sein.
      Dies betrifft vor allem die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben, wie z. B. die Umsetzung der monatlichen Entgeltabrechnung ebenso wie die Eckpfeiler des Betriebes das Workforce- und das Workflow-Management. Intelligente Softwarelösungen und ein ausgeklügeltes System, wie beispielsweise ein Employee-Self-Service-Center, entlasten die Personalsachbearbeiter bei der täglichen Arbeit und machen das Arbeiten von zu Hause für den Mitarbeiter noch einfacher. So entstehen wieder verfügbare Kapazitäten für eine in der Krise gebeutelte Personalabteilung und eine Win-Win-Situation für die Mitarbeiter und Teamleiter.

        Die Prognose: nachbessern, erneuern, umbauen – alles was notwendig ist, um die Krise zu meistern und sich auf die Zukunft vorzubereiten

        Die Corona-Pandemie hat uns alle eiskalt erwischt. Ein Großteil der Arbeitnehmerschaft musste den Arbeitsplatz eilig ins Home-Office verlegen. Die Kinderbetreuung brach weg und man sah sich zu Hause als Mitarbeiter mit einer doppelten Belastung konfrontiert. Durch die entsprechenden Umstände entstanden neue Forderungen an die Personalabteilung. Nach wie vor gilt es viele neue Fragen zu klären, wie viel Zeit dürfen sich Arbeitnehmer für die Betreuung ihrer Kinder im Ausnahmefall nehmen?

        Viele dieser Fragen konnten notgedrungen und nur unzureichend geklärt werden. Im neuen Jahr gilt es die Lösungsansätze nochmals zu überprüfen und nachzubessern. Das betrifft speziell das Performance- und Gesundheitsmanagement.

        Die Lage in den Unternehmen bleibt weiterhin angespannt und die Personalabteilung wird der Kosten- und Effizienzkalkulation noch mehr Aufmerksamkeit widmen müssen. Das darf jedoch nicht zulasten der Mitarbeitergesundheit geschehen. Es bleibt eine enge Gratwanderung zwischen laufenden Geschäftsbetrieb, Mitarbeiterzufriedenheit, Corona-Hygiene-Maßnahmen und dem Eindämmen des Virus. Folglich werden medizinische Fachthemen wie der Umgang mit betrieblichen Impfungen und einer generellen Impfpolitik weiterhin ein Thema bleiben.

        Hinzu kommt die Frage nach der neuen Normalität – nur wie soll diese Normalität genau aussehen? Die Corona-Krise hat gezeigt, wie flexible Unternehmen reagieren können. Das wird die Mitarbeiter in ihrer Forderung nach flexiblen Arbeitszeitmodellen weiter bestärken. Agil, flexibel und digital sollte die Büro- und Arbeitszeitgestaltung nach dem Ende der Pandemie aussehen. Ob diese Umgestaltung der Arbeitsweise gelingt, steht und fällt mit dem Willen der Mitarbeiter und der Einführung von digitalen Arbeitsprozessen.

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